Die Kölner Mundart-Band Brings hat es vorgemacht: Vor rund zwei Wochen haben die Musiker in einem Autokino im Kölner Ortsteil Porz ein Konzert gegeben. Statt eines Blicks in eine Menschenmenge bot sich den Künstlern dabei ein Blick auf viel Blech, genauer auf 250 Autos.

Mundartband Brings spielt Konzert im Autokino

Der Auftritt der Band scheint eine Initialzündung für ganz Deutschland gewesen zu sein. In der ganzen Bundesrepublik werden seither Autokinos aus dem Boden gestampft oder wiederbelebt, damit die Bürger in Zeiten von Corona doch wieder ein wenig Unterhaltung außer Haus bekommen.

Auch Dresden hat nachgezogen. Vorerst bis Sonntag, 3. Mai, flimmern nach bisherigen Plänen noch Filme über die Leinwand eines Autokinos, das auf dem Parkplatz des Flughafens eingerichtet wurde. Bis zu 500 Autos mit je zwei Personen sind dort zugelassen.

Was in Sachsen geht, soll auch in Brandenburg Realität werden. Aber, es gibt ein großes Problem: Die scharfe Brandenburger Eindämmungsverordnung gegen die Ausbreitung des Coronavirus macht in Brandenburg das unmöglich, was im Nachbarbundesland funktioniert. Oder anders gesagt: Die Niederlausitzer gehen leer aus.

Cottbus/Finsterwalde/Lübben/Schwarzheide

Brandenburg bremst Autokino-Pläne aus

Sehr zum Ärger und Leidwesen etwa der Leiterin der Extra-Kinowelt Schwarzheide, deren Pläne, ein Autokino auf dem Parkplatz des Schwarzheider Wandelhofs zu betreiben, damit einen Dämpfer bekommen.

Aber können sich die Lausitzer überhaupt vorstellen, ein Autokino zu besuchen? Wie finden Sie eine solche Idee? Von den 669 Teilnehmern an der nicht-repräsentativen Umfrage der LR unter Lesern und Usern sagen 64 Prozent: „Die Idee finde ich super“. In den Anmerkungen verleihen dem einige Betrachter Ausdruck: „Autokino? Bitte unbedingt machen!“ oder „Das wäre mega“, heißt es da.

20 Prozent sind sich unsicher, was sie von der Idee eines Autokinos halten und 16 Prozent der Teilnehmer sagen „Nein“ zum Autokino.

Zumal ja nicht jeder – in dieser Befragung die Minderheit – ein Auto hat. Hier wäre ein hygienisch gereinigter Pkw, der vor Ort genutzt werden kann, eine Möglichkeit. 13 Prozent der Befragten, die mitgemacht haben, könnten sich das durchaus vorstellen.

Kino und Konzerte im Autokino besonders gewünscht

Aber was für Veranstaltungen würden die Befragten in einem Auto- oder Veranstaltungskino gerne verfolgen? Soll es nur Kino sein oder auch Konzerte und Comedy so wie etwa im Autokino in Düsseldorf, wo bereits Rap-Musiker wie Sido und Alligatoah aufgetreten sind und neben Kino im Mai auch noch Auftritte von Comedians wie Bülent Ceylan auf dem Programm stehen.

Ganz oben auf der Wunschliste, was ein Autokino bieten sollte, steht bei 463 der 669 Befragten (69 Prozent) ganz klassisch Kino; besonders beliebt sind bei den Umfrageteilnehmern dabei übrigens Filme aus den Genres Action und Abenteuer, Romantik und Drama.

32 Prozent der Teilnehmer gaben bei der Frage, bei der Mehrfachantworten möglich waren, an, dass sie in ihren Autos auch gerne Rock- oder Popkonzerte verfolgen würden. Auch Konzerte mit lokalen Künstlern sind willkommen.

Die Entscheidung tatsächlich hinzugehen, würde dabei die knappe Hälfte der Befragten davon abhängig machen, ob der Künstler zusagt, für 22 Prozent wäre dabei der Preis eine ausschlaggebende Komponente.

Und was darf es im Programm eines Autokinos sonst noch sein: 23 Prozent der Umfrageteilnehmer könnten sich auch den Besuch von Theatervorstellungen vorstellen.

Lesungen, Tanzvorstellungen oder auch Jazz- oder Klassikkonzerte finden weniger Anklang. Gefragt danach, was sich die Befragten sonst noch in einem Autokino vorstellen könnten, würden auch Gottesdienste, Stand-up-Comedy, Kabarett oder Diavorträge auf Gegenliebe stoßen.

Autodisco? Eher nicht!

Was hingegen eher für Irritation sorgt, ist die Idee einer Autodisco. Auf die Frage, ob sich die Befragten den Besuch einer Autodisco vorstellen könnten, machen 42 Prozent ihr Kreuz bei der Antwort „Nein, wie soll ich denn im Auto tanzen?“. 27 Prozent geben an, dass sie generell nicht gerne in die Disko gehen. Nur sechs Prozent der 669 Umfrage-Teilnehmer sagen zu einer Autodisco „Ja, auf jeden Fall“.

Um in Coronazeiten endlich wieder in den Genuss von Konzerten und Kino zu kommen, würden 37 Prozent der Befragten bis zu 20 Kilometer weit, 26 Prozent auch bis zu 50 Kilometer weit fahren.

Neben einer guten Erreichbarkeit ist den Befragten auch wichtig, dass die Vorstellungen nicht nach 20 Uhr anfangen und bevorzugt am Wochenende (Fr-Sa) stattfinden. 17 Prozent der Befragten ist das hingegen egal.

Lausitzer würden bis zu zehn Euro fürs Autokino zahlen

Und wie tief würden die Besucher für den Autokino-Spaß in den Geldbeutel greifen? 37 Prozent würden fürs Kino bis zu sieben Euro, 28 Prozent bis zu zehn Euro zahlen. Allerdings würden sie den Knabberspaß für den Kinoabend gerne selbst mitbringen. Bei Konzerten darf es auch mehr sein. Bis zu 15 Euro würden 22 Prozent zahlen. 29 Prozent sagen sogar: „Das ist mir egal, wenn das Angebot überzeugt“.

Doch bevor Autokinos Lausitzer möglicherweise vom Sofa und aus dem Haus locken können, hängt es nun an den Brandenburger Behörden, ein solches Angebot auch zu ermöglichen.

Sie wollen an LR-Umfragen teilnehmen und gleichzeitig Prämienpunkte für Gutscheine erhalten. Dann registrieren Sie sich noch heute unter umfrage.lr-online.de