Durch eine Einwegglasscheibe im Nebenraum beobachtet ein eleganter plastischer Chirurg (Antonio Banderas) die junge Frau, die so aussieht wie seine eigene, vor Jahren bei einem Autounfall verbrannte Frau. Nach jahrelanger Forschung verpasst der angesehene Arzt dem Geschöpf in seinem abgeschiedenen Landhaus bei Toledo Stück für Stück eine makellose künstliche Haut, die gegenüber äußeren Einflüssen unempfindlich ist.

Um dieses Geschehen kreist Pedro Almodovárs verschachtelter, in seiner Ästhetik ungewohnt kühler erster Horrorthriller „Die Haut, in der ich wohne“. Von der Kritik bisher verhalten aufgenommen, behandelt der provokationsfreudige, Oscar-prämierte spanische Starregisseur und Drehbuchautor („Sprich mit ihr“, „Volver – Zurückkehren“) darin Themen wie Identität und Sexualität, Jugendwahn und Amoralität. Wie ein Leitmotiv zieht sich die Unfähigkeit des modernen Menschen durch den Film, den Anderen als den wahrzunehmen, der er ist.

Spanien 2011, FSK o.A., von Pedro Almodovár, mit Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes