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| 18:03 Uhr

Krimi-Kolumne
Was ist bloß mit Olga los?

Lydia Schauff
Lydia Schauff FOTO: LR / Angelika Brinkop
Bisher wusste das Publikum stets, was es bei Kommissarin Olga Lenski erwartet: selbstsicher, konsequent, direkt. Plötzliche Persönlichkeitsveränderungen bei Ermittlern waren bisher eher beim Tatort Usus. Von Lydia Schauff

Da werden bisher verantwortungsbewusste Kommissare dann spontan mal Mittäter oder haben plötzlich gehörig einen an der Klatsche. Nun macht auch Olga Lenski eine 180-Grad-Wende. Sie ist ungewohnt labil, panisch, empfindsam, unvernünftig. Ein Einbruch in ihre Wohnung wirft sie völlig aus der Bahn. Sie verguckt sich in einen Mann, einen Prepper: Selbstversorger, Konsumverweigerer, jederzeit vorbereitet auf den Weltuntergang. Da hält sie zu ihm, als klar ist, dass er seine Frau getötet hat. Deren Ex-Liebhaber und Systemverweigerer Ulyssys „befreit“ indes die Menschen und legt mit einer Hackerbande deutschlandweit die Stromversorgung lahm. Apokalypse now. Vielleicht ein bisschen zu viel Melodramatik. Auch das ist ungewohnt für einen Polizeiruf. Hat aber irgendwie was. Der Einzige, der irgendwie noch normal ist, ist Lenskis Kollege Raczek. Auch der weiß mit der neue Olga nicht so recht was anzufangen. „Ich muss wissen auf welcher Seite Sie stehen?“, fragt er. Fakt ist, die schauspielerischen Leistungen in dieser Folge sind oberklasse. Allein dafür lohnte das Zuschauen.

TV Polizeiruf 110
TV Polizeiruf 110 FOTO: LR / Schubert, Sebastian