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| 18:45 Uhr

Krimi-Kolumne
Ein bisschen viel Palaver im Berlin-Tatort

Cottbus. Eine seltsame esoterische Tante findet eine Leiche im Wald, es gibt gleich zu Anfang Sex, und ziemlich viele eingestreute Handlungs-Schnipsel. Naja. Aber eines bleibt dem Zuschauer bei diesem Tatort erspart. Von Lydia Schauff

Klar, gleich am Anfang kommt Sex vor. Gab es mal einen Berlin-Tatort ohne Sex? Die Familie der Kommissarin muss auch wieder drin sein. Glücklicherweise muss der Zuschauer diesmal keinen endlosen Er- und Beziehungsstress der Kommissarin ertragen. Puh. Der Sohn taucht kurz auf und darf die Mama chauffieren. Und die macht einen auf hysterische Beifahrerin. Voll über­flüssig und unglaubhaft. Aber überhaupt rotzt Meret Becker ihre Figur dem Publikum manchmal so vor die Füße, dass es fast gelangweilt wirkt.

Und sonst: Ach ja, es gibt gleich zwei Tote. Der inhaltliche Schwenk zur Welt der Roboter ist immerhin spannend. Die Schnitte, die Tempowechsel, die Bildkompositionen dieses Tatorts sind nett. Doch insgesamt wirkt alles wie eine Collage mit ein paar Schnipseln zu viel. Karow ist die ganze Zeit angepisst. Eine komische, bloggende Eso-Natur-Tante mit Smartphone muss dann im Wald die Leiche finden und ein kurioser alter Mann mit (echtem) Vogel hilft am Ende beim Lösen eines Falls. Ach ja, das Problem sind übrigens die Menschen, nicht die Maschinen. In diesem Fall lag es wohl am Drehbuchschreiber.

Guter Gedanke, maue Umsetzung. Weniger Palaver – und weniger Filmmusik – und das hätte ein Spitzending werden können.