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| 16:50 Uhr

Kolumne
Gaga-Krimi im Wallace-Stil

Anja Hummel
Anja Hummel FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Sebastian Schubert
Eine Scheintot-Ballerina schwebt mit Federboa um den Hals über’s Parkett, Frau Keller ruft „des isch oglaublisch“ und der Durchschnitts-Gucker denkt: „Bekloppter kann’s nicht werden.“ Und plötzlich hängt dem Teamtherapeuten ein Fußknochen in der Futterluke. Von Anja Hummel

Meine lieben Ludwigshafener: Ich hab 90 Minuten in Kauerstellung auf dem Sofa gehockt. Vor Lachen, vor Spannung, vor Ungläubigkeit. Letzteres nicht nur wegen der Ballaballa-Gruselstory: Ich bin zum Odenthal-Fan mutiert. Ich staune immer noch. Dabei startet alles so harmlos. Ein Ausflug, ein Auto, ein Team. Einzig verdächtig: Odenthals gute Laune. Aber dann kommt Onkel Humpe ins Spiel, seine Mistgabel, das Polizeipärchen Brunner und der „idyllische“ Lorenzhof. Die „Waldlust“ beginnt. Eigentlich sind Odenthal und Co. zum Coaching-Wochenende aufgebrochen. Was aber, wenn der Therapeut ein Hobby-Psychopath ist? Und die Gastwirtin Schatzkarten verteilt? Dann wird ermittelt á la Edgar Wallace: Kriminaltechniker Becker schippt oben ohne nach Knochen, Odenthal deutet mysteriöse Liebesgedichte, Frau Keller bildet einen Gesprächszirkel mit Alt-Ballerina Viardot. Welch grandioser Blödsinn im Zusammenspiel mit übergrandioser Filmmusik. Glatte Eins für den schrägen Odenthal-Streifen.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: LR / Schubert, Sebastian