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| 15:29 Uhr

Tatort-Kolumne
Ein bisschen mehlig

Lydia Schauff
Lydia Schauff FOTO: LR / Angelika Brinkop
Mein Verhältnis zu Kartoffelklößen ist jetzt ein bisschen gestört. Oder, um es mit Kommissarin Dorn zu sagen: „Lessing, der Hund ist doch nicht vegan.“ Nein, der Kloß hatte eine spezielle Fleischeinlage: den Chef der Kloßfabrik. aa

So weit, so nett der Einstieg. Die Hoffnung auf gewohnt temporeiche, wortwitzige Duelle der Kommissare Lessing und Dorn wurde im wahrsten Sinne des Wortes angefüttert, doch leider war dieser Tatort, um im Bild zu bleiben, etwas mehlig und zerkocht. Irgendwie machte das Ganze den Eindruck, als hätten Ulmen und Tschirner zu wenig geschlafen oder eigentlich etwas Besseres vor. Alles wirkte ein wenig lust- und lieblos, der Geschichte rund um den Kloß fehlte quasi das Salz. Und dann wurde da auch ganz schön viel rumgestochert, in alten Geschichten, alten Affären, alten Ermittlungen. Zwischendrin konnte man da als Zuschauer ein wenig den Durchblick verlieren. Ich sag nur: Klöße auf den Augen. Zum Augen machen hingegen luden die neue Frisur und der neu angezüchtete Bart von Lessing ein. Nett anzusehen das. Sehr nett auch Milena Dreißig als Mogli alias Roswita Hassenzahl. Die gibt sich die ganze Zeit so überzeugend verwirrt, dass selbst der Zuschauer nicht weiß, was er davon halten soll. Der Tatort war grad noch genießbar, richtig lecker ist aber anders.

sw_TV Tatort ARD
sw_TV Tatort ARD FOTO: LR