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| 21:45 Uhr

„Tatort“-Kolumne
Nicht mehr zu retten

Anstatt eines Stellbrinks, der gewohnt flapsig und auf dem Motorrad ratternd daherkommt, gibt es beim letzten Fall des Saarbrücker Kommissars nicht das ganze Paket, sondern eher ein Viertel. Als Komikerin Nina Vorbrodt alias Schwesternausbilderin ordentlich vorlegt, gibt es von Stellbrink statt Schlagabtausch nur pupslaues Gesichtsverziehen. Von Lydia Schauff

Und auch der Dauerpartner Motorrad taucht nur einmal auf. Immerhin: Es gibt diverse potenzielle Mörder und die Täterfrage ist nicht vorhersehbar beantwortbar. Ansonsten hat Stellbrinks Abtrittsvorstellung was von eingeschlafenen Füßen. Die können auch die vielen Ärzte, die in diesem Tatort vorkommen, nicht aufwecken. Auch all das Drama rund ums Thema Flüchtlinge will nicht richtig zünden. Da wird heftig auf der Klischeetube rumgedrückt. Schlecht dosiert, heißt hier die Diagnose. Am Ende sind weder ein Protagonist noch der Tatort zu retten. So rumpelt Stellbrink mit Stottermotor von dannen. Da kann man sich als Zuschauer höchstens ein Anstandstränchen verdrücken. Schade. Striesow ist ein Top-Schauspieler, der leider zu oft im Treibsand fader Geschichten und Regie stecken blieb. Grund genug, es kurz und schmerzlos zu machen: Und tschüss.