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| 20:07 Uhr

Kolumne Der Tatort im RUNDSCHAU-Visier
Viel Technik, viel Mensch

Lydia Schauff
Lydia Schauff FOTO: LR / Angelika Brinkop
Der aktuelle Tatort hat was mit Computern zu tun, mit vielen Computern und viel Technik. Mein anfängliches Schaudern ob der Befürchtung, dass die aktuelle Krimifolge womöglich zu einem Hyper-Cyber-Humbug ausartet – wäre ja nicht das erste Mal – weicht nach kurzer Zeit einer neugierigen Spannung.

Auch, weil es neben all der künstlichen Intelligenz, die eine große Rolle spielt, ganz gehörig menschelt. Da wird manipuliert, da geht es um Gier, Schuld, Verzweiflung, Rache. Ohne Übertreibung öffnen die Macher zwischen diesen Polen Gräben, die zum Nachdenken anregen.

Und weil die künstlich intelligente Maschine Maria, die auch als Zeugin herhalten muss – und dabei Kommissar Leitmayr viele Nerven kostet – keineswegs unglaublich weit hergeholt scheint. Parallelen zu virtuellen Assistenten wie Siri oder Cortana sind da wohl nicht ungewollt. In diesem Tatort stimmt das Maß der Dinge, da wird unaufgeregt die Frage in den Raum gestellt, wie das eigentlich so gehen soll mit den Menschen und der Supertechnik; auch rechtlich gesehen. Da sagt Ivo spöttisch zu seinem Kollegen, der sich selbst nicht geheuer ist, weil er gleich eine Maschine befragt: „Vergiss nicht, ihr ihre Rechte vorzulesen.“ Am Ende ist aber der Mensch die große Schwachstelle, die diesen Krimi zur Tragödie werden lässt. Und weil all die großen Gefühle nicht wie im Zirkus vorgeführt werden, berührt dieser Tatort auch. Soll heißen: sehenswert.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: LR / Schubert, Sebastian