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| 14:57 Uhr

Der Tatort im Rundschau-Visier
Täglich grüßt der Sensenmann

 Anja Hummel
Anja Hummel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Kopfschuss, Fenstersturz, Frontal-Crash. Der Sensenmann kennt viele Wege. Komissar Murot auch.  Schließlich reden wir hier von Murmeltier-Murot. Vom deutschen Bill Murray. Von Anja Hummel

Von dem, der auf dem Weg zur Zahnbürste immer wieder über seine Pantoffeln stolpert.  Also falls Sie morgens manchmal denken: „Wofür aufstehen? Ist doch eh immer wieder die gleiche Scheiße.“  Stehen Sie auf! Über ihre Routinen-Depression kann Murot nur lauthals losprusten.

Morgens, 7.30 Uhr: Das Telefon klingelt. Assistentin Magda Wächter ruft LKA-Ermittler Murot zu einer Geiselnahme in einer Bank. „Wer überfällt denn heute noch eine Bank?“, murmelt Murot in seinem Bettchen. Stolpern, waschen, anziehen, Joggerin auf den Arsch glotzen, Kind anrempeln, losfahren und einem Geiselnehmer das Ohr abkauen.

 Alles kein Hit für Murot. Wenn sich der Gute da mal nicht überschätzt hat. Nach 13 Tatort-Minuten liegt er tot mit einer Kugel im Kopf auf dem Asphalt. Mh, war’s das jetzt schon? Wird hier für den nächsten Schweiger-„Krimi“ gespart? Nein. Murot hat nur geträumt. Er wird wach. Sein Telefon klingelt. Assistentin Wächter ruft ihn zum bewaffneten Banküberfall mit Geiselnahme. Ups.

 Geschlagene zwölf Mal erlebt Felix Murot ein und denselben Tag. Langeweile? Nein! Phantasiereich, raffiniert, witzig ist diese Inszenierung eine kleine Watsche an das Überangebot der TV-Krimiproduktion. Sicherlich mit viel Klamauk – und doch gibt es sie, die Moral in der Geschicht: Routine akzeptiert man oder eben nicht!