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| 20:45 Uhr

Der Tatort aus München im RUNDSCHAU-Visier
Wenn Heinrich der Beste ist

 Daniel Schauff
Daniel Schauff FOTO: LR / Sebastian Schubert
Es sind diese Krimis, bei denen man schon zu Beginn gar nicht mehr wissen will, wie es weitergeht. Geschweige denn, wie es endet. Irgendwann mal – muss schon eine Weile her sein – waren die Münchner Kommissare Garanten für spannende Sonntagabend-Unterhaltung, mittlerweile gleicht das, was der Bayerische Rundfunk da der ARD überhilft, einem Rentnerballett. Von Daniel Schauff

Es ist überhaupt nicht schlimm, dass Batic und Leitmayr gealtert sind. Im Gegenteil – bei so viel Junggemüse in der Tatort-Welt wären „Altmeister“ ein richtig großes Potenzial, das nur mit Leben gefüllt werden müsste. Leider schaffen es die Drehbuchschreiber so gut wie nie, den beiden wirklich großartigen Schauspielern ernstzunehmende Fälle vorzulegen, bei denen sie ihre Großartigkeit auch einmal unter Beweis stellen dürften.

Stattdessen behilft man sich seltsam gefilterter Rückblenden, die einen jungen Leitmayr zeigen sollen, seine damalige Liebe, seinen damaligen Freund, der jetzt nicht mehr allzu freundlich ist und eine Menge Mist baut. Eigentlich müsste Leitmayr ganz schnell seine Befangenheit erklären und von den Ermittlungen zurücktreten. Aber das mit dem „eigentlich“ nimmt man in München schon lange nicht mehr ernst. Man erinnere sich nur an den Fall, der sich um Batics Liebe zu einer Verdächtigen drehte, der Kommissar selbst zum Straftäter wurde und im nächsten Teil der Tatort-Reihe fröhlich weiter ermitteln durfte. Humbug.

Ja, es gibt auch Höhepunkte in diesen nervigen knapp 90 Minuten. Michael Tregor als Heinrich ist hinreißend. Schade nur, dass er für den Tatort im Grunde gar nicht wichtig ist.

Ein paar nette Bilder gibt es auch, die verlieren sich aber in dem Versuch, Surferromantik und Bayern zu verbinden. Auch wenn es mitten in München mit der Eisbachwelle einen Ort zum Surfen gibt – Bayern und Surfen will nicht so recht passen. Und Surfen zu Leitmayr auch nicht. Nein, irgendwie passt im München-Tatort seit Langem Vieles nicht mehr. Sehr schade.