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| 19:51 Uhr

Kolumne Der Tatort im RUNDSCHAU-Visier
Puff und Peng in Weimar

FOTO: LR / Sebastian Schubert
Alles trifft sich im Puff vom „kalten Fritten“: Betrüger-Opi, Steinbruch-Erbin, Rolli-Fahrer, Witwen-Lollo und –na klar – Dorn und Lessing, das wohl romantischste aller Kommissarenpärchen. Ja sagt mal, gibt’s denn keine andere Spaß-Bar in Weimar?

Anderweitig explosiv scheint es in der thüringischen Kulturstadt nur noch im Steinbruch zu sein. Dort hat es zwar auch ordentlich gepufft, gepengt und gebebt, aber irgendwie war das explosive Pulver dann doch nicht so scharf wie gewohnt.

Schärfer als gedacht war einzig die Dorn, die plötzlich in Leder-Hotties und spitzen Hacken aufkreuzt, während Lessing vorm Puff kalte Fritten futtert (hahaha, Witz verstanden?). Erst dann wurde der Weimar-Krimi explosiver. Bis dahin: höchste Wegnick-Gefahr für alle, die mit nachhallendem Karnevalskater und langsam anschleichender Montagsmelancholie vor der Kiste hingen.

Also Dorn und Lessing, ihr wart schon mal durchgepuffter. Eh Pardon, durchgeknallter. Auf die Puff-Erotik folgt die Weimar-Realität: Versicherungsbetrug, Offshore-Firmen, Erpressung, Brüderhass und Filz, Filz, Filz. Puff und Peng gab’s dann noch mal beeindruckend im explosiven Grand Final. Überraschend: Am Ende sieht man tatsächlich noch durch. Das ist ungewohnt für Wirrwarr-Weimar. Von dem obligatorischen Häää-Blick, der sonntäglichen Runzelstirn und dem energischen Kopfschüttler bleiben wir weitestgehend verschont. Schade. Wir erinnern uns an den „wüsten Gobi“ oder den „irren Iwan“. Der „kalte Fritte“ kann da leider nur namenstechnisch mithalten.

Apropos: Wie sieht’s eigentlich mal mit einer weiblichen Protagonistin aus? Die „hotte Lotte“, die „gepiesackte Gisela“ oder die „gemobbte Moni“ sind längst überfällig. Kalte Fritten will doch keiner.