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| 19:26 Uhr

Krimi-Kolumne Der Tatort im RUNDSCHAU-Visier
So lotuseffektmäßig

Ludwigshafen. Eine Offenbarung ist der Ludwigshafener Tatort nicht. Man kann ihn schon anschauen. Aber eins ist eben die ganze Zeit spürbar: Kopper fehlt. Von Lydia Schauff

Und abhanden gekommen ist diesem Tatort damit auch irgendwie etwas Launiges. Und die neue Kollegin bringt auch so gar keine Stimmung rein. Sie hat so etwas lethargisches, und wirkt so lotuseffektmäßig unterkühlt. Und wenn Kommissarin Stern Lena mal so von Frau zu Frau in den Arm nimmt, wirkt das irgendwie befremdlich. Wesentlich mehr Charakter bringt da Britta Maes als Kollegin des ermordeten Psychiaterkollegen ins Bild. Kann die nicht als Kommissarin anheuern? Und so interessant und politisch die Handlung um traumatisierte US-Militärangehörige und vermeintliche Drohnenangriffe von der deutschen Militärbasis Ramstein ist. So ganz möchte man dem Drehbuchschreiber doch nicht aus der Hand fressen. Es sind so Feinheiten, die nicht überzeugen. Lena Odenthal weiß viel mehr als die US-Behörden? Und man kann seinen Polizeiausweis dann einfach mal wie eine Kinokarte vorzeigen, um in ein Hotel zu marschieren, in dem der Staatssekretär vom US-Verteidigungsministerium vor Ort ist. Mmmh??!!! Nicht nur Frau Stern, der ganze Tatort wirkt so lotuseffektmäßig stimmungslos. Schade. Lena war schon stark. Aber die Energie bleibt irgendwie in einem Eisblock stecken.