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| 14:46 Uhr

Der Tatort im Rundschau-Visier
Wild West in Weimar

 Anja Hummel
Anja Hummel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Howdy! Welch staubig-steiler Start ins neue große Krimijahr – in „Wild Weimar“ geht’s direkt ans Eingemachte. Nein, das sind nicht die wirren Nachwehen der süffigen Silvesternacht.

Es wird geknallt, gelallt, geritten, gestritten, geköpft, geschöpft – und tief in die Kostümkiste gegriffen. Aus Kommissarin Dorn wird Undercover-Cowgirl Lotta, es gibt den Totengräber, eine Saloon-Lady, den Goldwäscher mit Waschbär-Mütze und Pferdeflüsterer Tom. Ja, wo sind wir denn hier gelandet? In „El Doroda“ natürlich, wo sonst. Das Problem: Der Westernstadt-Häuptling schwimmt tot durch die Ilm und keiner will’s gewesen sein. Am Ende geht es (wie immer bei Cowboys) nur um das Eine: Gold. Wie gewohnt (aber nicht gewöhnlich) gehen die Thüringer Kommissare mit Witz, Charme und Intellekt auf abenteuerliche Mördersuche. Dafür reitet Dorn „alles, was ein Fell hat“, Lessing nimmt ein Teerbad und Lupo trinkt Whisky. Wahnsinn!

Haben die fundamentalistischen Western-Fanatiker etwa eine Lynchparty gefeiert? Pah, viel zu unspektakulär für „Old wild Weimar“. Der Heinz war’s! Der höllische Typ! Für Gold tötet der sogar Indianer. Und habgierige Bauunternehmerinnen. Dafür wird der höllische Heinz am Ende selbst in die Hölle gesprengt. Nobelpreisverdächtig idiotisch! Ein Tatort, den man Winnetou und Old Shatterhand durchaus mal zukommen lassen könnte.