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| 21:45 Uhr

Der Tatort aus Münster im RUNDSCHAU-Visier
Doppelte Ladung

Nein, ohne das gewohnte Gefrotzel zwischen Hauptkommissar Thiel und Rechtsmediziner Boerne kommt auch dieser Münsteraner Tatort nicht aus. Bei den Münsteranern wird ja auch gerne mal solange an der Wir-sind-jetzt-mal-echt-witzig-Schraube gedreht, bis es kracht, aber in dieser Folge wird gemäßigter als sonst übertrieben. Von Lydia Schauff

Aber Wortduelle, von denen einige Potenzial haben als gedruckter Spruch auf einem T-Shirt zu landen, und gemeine sarkastische Seitenhiebe gibt es dennoch genug.

Nicht nur genug, sondern die doppelte Ladung gibt es fürs Publikum mit Blick auf die Schauspieler. Denn die gemeine Mörderin, die nicht viel zu spielen hat, aber immerhin ihre Lippen andauernd so vorwölbt, als würde sie ständig ein sexy Selfie machen wollen, hat es auf Aussehens-Doppelgänger des Ermittlerteams abgesehen. Nette Idee. Und so tauchen Boerne und Co. nochmal auf, als das andere Ich. Schauspielerische Glanzleistungen gibt es da nicht – na gut, Klemms und Alberichs Doppelgänger liegen nur tot rum. Und sonst überzeugt am ehesten Claus Clausnitzer. Nein, dieser Tatort ist kein Meisterwerk, aber allemal sehenswert. Allein für den Moment, in dem Thiel ungewohnt emotional wird und ganz vergisst zu sticheln. Da muss sogar der Zuschauer mal schlucken statt grinsen.

 Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, r.) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) an der JVA Münster in einer Szene des Tatorts „Spieglein, Spieglein“.
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, r.) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) an der JVA Münster in einer Szene des Tatorts „Spieglein, Spieglein“. FOTO: dpa / Thomas Kost