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| 10:40 Uhr

Krimi-Kolumne
Alter völkischer Kaugummi

Lydia Schauff
Lydia Schauff FOTO: LR / Angelika Brinkop
Im aktuellen Schwarzwald-Tatort geht es um: Nazis. Nein, das Thema ist nicht neu, aber eins vorneweg, die Geschichte, die die Macher im zweiten Schwarzwald-Tatort erzählen, ist gut. Da kommt ein V-Mann vor, der alles andere als unschuldig ist. Von Lydia Schauff

Der Staatschutz hat was zu verbergen, die Rechtsmedizinerin auch.

Und während für Kommissarin Tobler das Ganze von Anfang an zum Himmel stinkt, dauert es bei ihrem Kollegen eine – unverständliche – Weile, bis er begreift, dass sein einstiger Schulfreund und Vater des auf seltsame Weise verstorbenen Mädchens, von völkischen Ideen durchdrungen ist.

Das könnte alles spannend sein, ist es aber nicht. Der Krimi ist in einem Tempo erzählt, dass einem die Füße einschlafen lässt. Die Story schleicht schneckenartig vorwärts, ist zäh wie ein festgewordener, ausgekatschter, völkischer Kaugummi. Bestes Zeichen dafür, dass hier mehr Schmackes nötig wäre: Mein Mann geht zwischendrin rauchen, ich gucke die Vokabeln von meinem Polnischkurs durch. Aufregend ist anders.

Schade. Der erste Schwarzwaldtatort „Goldbach“ hatte begeistert, war wirklich spannend. Das Ausmaß der Tragödie wurde erst nach und nach enthüllt. Die Premiere war Top, die zweite Vorstellung eher lau. Mal sehen, was der dritte Fall des Schwarzwald-Teams bringt. Hoffentlich weniger kaugummieskes!