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| 20:44 Uhr

Krimi-Kolumne
Gräfin Dracula mordet in Bremen

Rüdiger Hofmann
Rüdiger Hofmann FOTO: LR / Sebastian Schubert
Wie schmeckt eigentlich Rinderblut? Besser nicht daran denken. Nora Harding (Lilith Stangenberg) ernährt sich als „Gräfin Dracula“ im neuesten Tatort „Blut“ leidenschaftlich davon. Und nicht nur von Rinderblut. Rüdiger Hofmann

An der Weser geht ein Vampir um. Klingt komisch, ist aber genial gespielt, vor allem von ihr.

Zuhause mimt Harding die zarte und zerbrechliche Tochter, nachts geht sie auf die Jagd. Passend zum bevorstehenden Halloween-Spektakel bringt die ARD einen Gruselschocker in das beschauliche Wohnzimmer. Um 20.15 Uhr an einem Sonntagabend reiben sich sicher so manche Tatort-Fans die Augen, sofern sich ihre Hände nicht schon tief in die Polstergarnitur ihres Sessels gekrallt haben. Schocksequenzen, blutige Gesichter, flackerndes Licht und Wahnvorstellungen des Bremer Ermittlerduos wechseln sich ab.

Während Inga Lürsen (Sabine Postel) noch versucht, den Fall sachlich nüchtern und hanseatisch pragmatisch zu lösen, dreht Kommissar Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) allmählich durch. Nach einem Biss der Vampir-Lady bekommt er 40 Fieber, kann nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Der Bremer „Tatort“ spielt souverän mit den Suggestionstechniken des klassischen Horrors, Verzögerungs- und Überraschungsmomente inklusive.

Auch wenn regelmäßige Konsumenten von Horrorfilmen vielleicht schmunzeln – das Tatort-Publikum hat so einen Krimi lange nicht gesehen.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: LR / Schubert, Sebastian