Diesen Tatort anzusehen, ist wie der Blick auf einen stillen, tiefen See in einem düsteren Tal, ein See, der immer wieder Wellen schlägt, als hätte man einen Stein hineingeworfen. Ab und zu blitzt Sonnenlicht durch den grauschwarzen Himmel, der droht jeden Moment in einem Gewitter zu zerbersten.

Die Kameraführung und Dramaturgie spiegeln das: wenige Schnitte, Szenen ohne Musik, wechseln sich ab mit schnellen Schnitte, Detailaufnahmen, Musik. Und die Kamera sitzt ihren Protagonisten immer wieder im Nacken, macht das Publikum  zum Verfolger.

Ein Sonnenmoment in diesem Tatort: Kommissar Voss, der niedlich unbeholfen mit der Honigverkäuferin flirtet. Düster ist alles andere, was mit Liebe zu tun hat. Ideen davon, die allesamt scheitern. Was an diesem Tatort auch gefällt, ist der Täter, Student Anton, der so in sich gekehrt ist, so leer und so gescheitert am Leben, dass er die Zurückweisung seiner älteren Liebhaberin, die zwar Liebe sucht, aber nicht so viel, nicht ertragen kann.

Auch die Charaktere machen diesen Nürnberger Tatort sehenswert. Auch die, ja was auch immer sie ist, Freundin, oder Geliebte der Getöteten. Ihre Beweggründe, ihre Person, alles wie Teflon. Der Gegensatz ist Kommissar Voss, der das Herz auf der Zunge hat und zwischendrin an der Menschheit verzweifelt.