Zum zweiten Mal gehen die Kommissarinnen Lindholm und Schmitz gemeinsam auf Verbrecherjagd und kabbeln sich nach wie vor darum, wer die Hosen anhat.

Die Story: Geheime Experimente zur Bewusstseinskontrolle an ahnungslosen Bundeswehrsoldaten treiben eben jenen in den Selbstmord oder in den Wahnsinn. Der Militärische Abschirmdienst möchte das alles gerne vertuschen. Um das zu schaffen ist dem alles Recht: Die Polizei abhören, sie mit Mikrowellen beschießen. Aber die beiden Kommissarinnen lassen sich nicht so einfach abschütteln.

Die Umsetzung: Dramatischer Einstieg und danach etwas halbgewalkt. Die Story wird nicht radikal genug umgesetzt, vielleicht aus Angst den konservativen Zuschauer zu sehr zu verschrecken? Dennoch: Die Macher schaffen es ein Unbehagen zu schaffen, da wirkt die malerische Landschaft eines Alterssitzes eben so gar nicht idyllisch, denn die Bedrohung lauert im Lieferwagen um die Ecke.

Aha-Moment: Experimente zur Bewusstseinskontrolle gab es tatsächlich. Das CIA hat zu Zeiten des Kalten Krieges mit allem möglichen herumexperimentiert, um zu testen, wie man Informationen aus Menschen herauspressen kann. Allerdings kamen hier Drogen aller Couleur zum Einsatz. Die Sache mit den Mikrowellen oder Magnetstrahlen stammt dann aber schon eher aus der Abteilung Verschwörungstheorien.

Haha-Moment: Gab es keinen. Dafür gab es einen Ohoh-Moment, als Kommissarin Lindholm mit dem Mann ihrer Kollegin Schmitz rumknutscht.

Hä-Moment: Da dreht der Chef der Firma, die die Hightech-Helme entwickelt hat, auf seinem Tablet an einem Regler rum und Kommissarin Lindholm schiebt sich mal mirnichtsdirnichts einen langen Nagel durch die Hand. Und das ohne ein Tröpfchen Blut.

Das Fazit: Die Story an sich ist spannend, solche Sci-fi-Krimi-Kombis kennt man aber eher aus den USA. In diesem Tatort trauen sich die Macher leider zu wenig und das Ganze hat eher was von Verschwörungstheorien statt von Aufdeckung perfider Geheimdienstaktivitäten. Damit bewegt sich die Geschichte auf der Grenze zur Lächerlichkeit. Sehenswert ist es dennoch. Ansonsten nervt die massive Beharkerei der beiden Kommissarinnen, die sich beide als Alpha-Weibchen sehen auf Dauer. Weniger wär da mehr. Bei einem Marvel-Superheldinnen-Wettbewerb hätte Kommissarin Schmitz definitiv die Nase vorn.