Wer Lust auf ein bisschen Action in seiner Beziehung hat, reagiert auf ein hinreißendes „Ich liebe Dich!“ des Partners einfach mal mit: „Das weiß ich doch!“ Nadine alias das „Biest des Abends“ schenkt volle Inspiration - zumindest all jenen, auf deren Prioritätenliste das Vorhaben „Antipathien sammeln“ ganz oben steht.

Mobbing auf allen Ebenen

Man muss kein Romantiker sein, um zu erkennen, dass es im Kölner Tatort nicht um die ehrlichen Gefühle geht. „Kein Mitleid, keine Gnade“ - ein Titel, der sein Versprechen hält. Das Thema: Hatespeech, häusliche Gewalt, Mobbing - und die daraus resultierenden Folgen für Täter und Opfer. Die Einzigen, die hier wirklich zusammenhalten und füreinander einstehen, sind die Kommissare Ballauf und Schenk. Die kuriose Krähen-Gang ist gesplittet. Der vermeintliche Kripo-Grapscher wird ausgegrenzt. Der schwule Sohn wird vom eigenen Vater unter die Erde gebracht. Der Mord an „Tunte“ Jan ist der Beweis purer Männlichkeit.

Apropos Männlichkeit: Wo sind eigentlich die Frauen im Kölner Kripo-Team geblieben? Die Ballaufs und Schenks dieser Welt könnten durchaus ein paar erfrischende weibliche Vibes um sich herum vertragen. Und die Tatort-Zuschauer auch.

Regenbogen mit Sternchen

Aufgeklärt, offen, liberal? Beim Thema Homophobie ist es die heutige Gesellschaft nicht. Das zumindest bringt der Kölner Tatort zum Ausdruck. Und: Mobbing findet vor unserer aller Augen statt. Es kann jeden treffen. Und hilflos machen. Überall. Auf Arbeit, in der Familie, auf dem Schulhof. Was der Zuschauer aus dem Krimi mitnimmt, ist die Frage: Was kann ich aktiv tun, damit sich das ändert? Damit Kinder diese Form der Gewalt nicht als normal ansehen oder gar akzeptieren? Das vermeintlich Fremde zum Freund machen - dazu kann jeder beitragen. Ein Tatort mit Botschaft. Ein Tatort, der zum Nachdenken anregt. Dafür gibt’s einen Regenbogen mit Sternchen.