Die Teilnehmer glänzten mit tollen Wettbewerbsbeiträgen und brachten mit Jamsessions Stimmung in die Innenstadt.. Die ersten Preise blieben diesmal in Deutschland. Als glückliche Sieger des 7. Internationalen Gesangswettbewerb um den ,,Finsterwalder Sänger setzten sich Bettina Quest aus Mannheim und das Ensemble ,,Les Brünettes" aus Hessen durch.

Gänsehaut-Feeling sowohl bei der Jury als auch beim Preisträgerkonzert erzeugte Bettina Ntimpirangeza, die als Bettina Quest musikalisch unterwegs ist, nicht nur mit ihrem eigenen Song ,,Mama Africa", mit dem sie kraftvolle afrikanische Jazztraditionen mit variationsreicher Stimme und natürlichem Temperament in die Finsterwalder Marktpassage zauberte. Ihre afrikanischen Wurzeln und profunde Ausbildung an der Pop-Akademie Baden-Württemberg und in Chicago verschafften der schon erfolgreichen Musikerin ihr musikalisches Rüstzeug.

Ganz anders und ziemlich abgefahren überzeugte Eric Leutheuser aus Freital mit Bebop-Interpretationen und einer mutigen Charlie-Parker-Bearbeitung von ,,Confirmation" in Deutsch. ,,Schrieb den Text im Schulbus", sang er augenzwinkernd. Man glaubte es ihm glatt.

Ihrer ausdrucksstarken Stimme verlieh Johanna Maria Iser von der Hochschule für Musik Nürnberg, die Fernseherfahrung auf die Finsterwalder Festivalbühne brachte, mit der Übereinander-Schichtung von Rhythmen durch elektronische Hilfsmittel einen besonderen Groove. Da verzieh die Jury sogar, dass sie kurzerhand einen nicht angemeldeten Titel ins Wettbewerbsprogramm genommen hatte.

Für einen besonderen Hörgenuss samt Bühnenshow sorgten auch diesmal die Ensembles. Julia Pellegrini, Stephanie Neigel, Juliette Brousset und Lisa Herbolzheimer, die als ,,Les Brünettes" mit ganz unterschiedlichen Stimmen und Ausstrahlungen zu toller gemeinsamen Performance gefunden haben, sangen sich mit dem verjazzten amerikanischen Volkslied ,,Sea Line Woman" auf die Siegerstraße.

Im Wettbewerb gab es zahlreiche tolle Interpretationen und Internationalität wie zum Beispiel Lalit Worathepnitinan einen Titel des Thai-Königs voller Herzblut sang, scherzte Kulturradio rbb Moderator Ulf Drechsel, der sich beim Finsterwalder Festival ,,wegen der besonders liebevollen Atmosphäre" besonders wohl fühlt und mit profunder und sympathischer Moderation einen charmanten Rahmen bot. Die legendären Finsterwalder Sänger als Namensgeber für den Wettbewerb mit ihrem schlichten Gassenhauer hätten gestaunt, wie hochkarätig moderne Vokalkunst dargeboten werden kann. Von Jazzinterpretationen über Blues und Balladen bis zum Bebop reichte die Palette.

Ausgetragen von der Sparkassenstiftung ,,Zukunft Elbe Elster" und dem Kreiskulturamt des Landkreises ist der Jazz-Pop-Wettbewerb 2002 an den Start gegangen und hat sich über den nationalen und internationalen Wettbewerb zum Festival mit ausgezeichnetem Ruf an Musikhochschulen und in der jungen Musikszene entwickelt. Die Teilnehmer dürfen nicht älter als 30 Jahre sein, müssen alle eine professionelle Ausbildung durchlaufen haben oder sich noch im Studium befinden. Mehr als 40 Bewerbungen hatte es gegeben, 20 waren nach Jurywertung zugelassen worden. Kein Wunder, dass die Jury unter Regie der renommierten Jazzsängerin und Gesangs-Professorin Esther Kaiser und von Sängerin Mara von Ferne schwierige Entscheidungen zu treffen hatte. Der Finsterwalder Wettbewerb will als ,,als Sprungbrett ins Profidasein fungieren", betonte Kulturamtsleiter Andreas Pöschl.

Für Mara von Ferne, die das Preisträgerkonzert gemeinsam mit David Sick musikalisch eröffnete, ist Finsterwalde ein gutes Pflaster. 2006 wurde sie beim Wettbewerb 2. Preisträgerin und gewann ihn 2010, jetzt fungierte sie als Jurorin und machte bei einem Workshop dem regionalen Nachwuchs Mut. ,,Die Leistungsdichte des internationalen und auch des vorangegangenen regionalen Wettbewerbs mit erstaunlicher Bandbreite war diesmal noch höher als beim vorigen Mal", sagt Esther Kaiser.