(epd/ik). Er ist wieder da: Nachdem er in Deutschland 150 Jahre als ausgerottet galt, treibt der „böse“ Wolf wieder sein Unwesen. In Brandenburg, im Schwarzwald oder in Holstein durchbricht er Zäune und reißt Schafe. Damit sorgt das geschützte Wildtier für Kontroversen zwischen Umweltschützern einerseits sowie Landwirten und Schäfern, die seinen Abschuss fordern. Das zwiespältige Verhältnis zwischen Mensch und Wolf hat indes Tradition. Das belegt ab dem 1. Februar eine Ausstellung im Kölner Wallraf-Richartz-Museum.

Unter dem Titel „Der Wolf – Zwischen Mythos und Märchen“ sind bis zum 28. April mehr als 30 Grafiken aus dem 16. bis 20. Jahrhundert zu sehen, darunter Werke von Lovis Corinth, Max Klinger oder Giovanni Battista de Cavalieri. Die Arbeiten spiegeln die jahrhundertealte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Wolf, die Spuren in Mythen und Märchen vieler Völker hinterlassen hat. Dabei zeigt sich, dass das Image des Wolfs nicht immer schon so schlecht war. In der Antike sprachen die Menschen dem Wildtier sogar positive Eigenschaften zu. Das manifestiert sich am Mythos von Romulus und Remus. Auch in biblischen Darstellungen ist der Wolf nicht immer Abbild des Bösen.