Bei Clemens Meyer heißt es denn auch GmbH, sogar: "Äkschn GmbH". Der Autor hat sich auf den Versuch einer Poetologie eingelassen. Vier Texte, die er im Sommer 2015 an der Goethe-Universität in Frankfurt las, erscheinen nun als Buch. Groß sind die Fußstapfen, in die der Leipziger tritt: Ingeborg Bachmann, Günter Grass, Christa Wolf, Heinrich Böll - die Liste der Frankfurter Poetikdozenten ist zugleich der unstrittige Kanon der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Fast zwei Meter hoch gewachsen, die großflächigen Tattoos unter schwarzem Hemd und Sakko versteckt, steht Meyer bei seiner Antrittsvorlesung am Pult. Meyers Welt ist zerklüftet. Die literarischen Bilder, die er in seinen Vorlesungen aufwirft, vollends zu greifen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Doch das muss wohl so sein: Meyers Zeitgeist in der Abgesang auf eine bisher bekannte Ordnung.

Clemens Meyer: Der Untergang der Äkschn GmbH. Frankfurter Poetikvorlesungen. S. Fischer Verlag, 176 Seiten, 18 Euro.