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Katia Manns Mutter

In der "amazing family" (erstaunliche Familie), wie der "Jahrhundertclan" um Thomas Mann im amerikanischen Exil auch genannt wurde, rückt seit einiger Zeit auch Hedwig Pringsheim in den Blickwinkel. Nach der vielbeachteten Biografie von Inge und Walter Jens über die Mutter von Katia Mann erscheinen ihre Tagebücher in mehreren Bänden. Wilfried Mommert

Jetzt ist der fünfte Band aus den Jahren 1911 bis 1916 erschienen. Die Aufzeichnungen können mit den Tagebüchern ihres Schwiegersohnes nicht verglichen werden und nehmen auch nicht ihren Rang ein. Die Tagebucheintragungen in den insgesamt vorgesehenen neun Bänden von 1885 bis 1941 sind in ihrer Ausführlichkeit nicht durchgehend von größerem Interesse für heutige Leser. Das wird aber mehr als wettgemacht von der Herausgeberin durch die Einleitung und die Anhänge mit Dokumenten und Briefen, die nicht nur einen bemerkenswerten Einblick in den "Familienclan" der Manns der frühen Jahre, sondern auch in das gesellschaftliche Leben der späten Kaiserzeit in Deutschland geben.

Hedwig Pringsheim - Tagebücher Band 5, 1911-1916, herausgegeben und kommentiert von Cristina Herbst. Wallstein Verlag, 827 Seiten, 49,90 Euro