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Kämpferisch: Hilary Mantels Autobiografie

Der Bischof wird zur unerwünschten Person Bischof Fulgencio Putucás kommt aus einem zwielichtigen zentralamerikanischen Land zu einem Kirchenkongress nach Barcelona. Die ebenso eitle wie reiche Tante Conchita nimmt den hohen Würdenträger nur allzu gern als Gast auf. dpa/pb dpa/ik dpa/ik

Doch dann bricht im Heimatland des Geistlichen eine Revolution aus, und Putucás muss als unerwünschte Person in Spanien bleiben. Eduardo Mendoza ("Die Stadt der Wunder") ist ein Meister der feinen Ironie und der leichten Erzählung. Eduardo Mendoza: Der Walfisch.Nagel & Kimche, München, 128 Seiten, 16,90 Euro.

Kämpferisch: Hilary Mantels Autobiografie

Die Britin Hilary Mantel ist als Autorin hervorragender historischer Romane ("Wölfe", "Falken") auch bei uns längst zur Bestsellerautorin avanciert. Deshalb dürfte auch ihre Autobiografie, die jetzt mit zwölfjähriger Verspätung in Deutschland erschienen ist, für viele Leser interessant sein. Denn Hilary Mantels Lebensgeschichte ist alles andere als gewöhnlich. Geboren in sehr bescheidenen Verhältnissen in der Nähe von Manchester, erkämpfte sie sich ein Jurastudium, später ging sie mit ihrem Mann nach Botswana und Saudi-Arabien. Wirklich einschneidend aber wurde für sie eine schwere Erkrankung, die ihre Ärzte über Jahre nicht richtig diagnostizierten und die sie mit Psychopharmaka zu therapieren suchten. Mantel verlor durch ihr Unterleibsleiden nicht nur ihre Fruchtbarkeit, sie wurde auch entstellt.

Hilary Mantel: Von Geist und Geistern. Dumont Verlag, 240 Seiten, 19,99 Euro

Mädchen, die als Jungen leben

Man nennt sie "bacha posh". Auf Paschtu heißt das "wie ein Junge gekleidet". Es sind kleine Mädchen in Afghanistan, die von ihren Familien nicht nur wie Jungen gekleidet werden, sondern auch mit allen Freiheiten aufwachsen, die man üblicherweise nur Söhnen zugesteht. Doch sobald die Pubertät naht, ist es mit dieser Freiheit vorbei und sie müssen sich wieder in Mädchen zurückverwandeln. In ihrem Buch "Afghanistans verborgene Töchter" beschreibt die schwedische Journalistin Jenny Nordberg das Leben der bacha poshs, von denen es mehr gibt, als man denkt. Wer jedoch bei diesem Phänomen zunächst an einen Akt der Emanzipation denkt, der sieht sich bald getäuscht. Denn oft ist es für Familien, die nur Töchter haben, der letzte Versuch, ihr Ansehen zu retten. Eine Mutter, die nur Töchter hat, zählt in Afghanistan nichts. Jenny Nordberg: Afghanistans verborgene Töchter. Hoffmann und Campe, 432 Seiten, 22 Euro