„Jetzt sollen wir auch noch mehr arbeiten - aber wann sollen wir das denn noch machen bei den ganzen Pausen„“ , springen die Radio-Kultbeamten Baumann & Clausen für ihre Kollegen in die Presche.
Zwischen Stempelkarussell, Aktenbergen, Käffchenbechern und Thermoskannen haben es sich die beiden am Samstag auf der Bühne der Cottbuser Stadthalle bequem gemacht und erfreuen die etwa 1700 Zuschauer mit neuen behäbigen Geschichten aus der Amtsstube - die die Lausitzer sonst über den Äther empfangen. Denn Oberamtsrat Alfred Clausen und sein „Passamtsfuzzi“ Hans Werner Baumann verbreiten viermal täglich auf BB Radio ihre Beamtensorgen aus dem Rathaus von Neddelhastedtfeld. Seit die beiden Norddeutschen Frank Bremser (33, Clausen) und Jens Lehrich (35, Baumann) sich vor zwölf Jahren als Volontäre bei Radio Schleswig-Holstein zusammentaten und in der WG-Küche die Beamten-Idee gebaren, geistern sie als Radio-Comedians über mehrere Sender Deutschlands. Und seit zwei Jahren kann man sich das Duo mit den Hornbrillen, steifen Anzügen und verstaubten Aktentaschen, das durch die Verkleidung um 20 Jahre gealtert scheint, auch auf der Bühne ansehen - und den Kult-Spruch „Käffchen“ - Bingo!“ mitrufen.
Auch das Cottbuser Publikum ist begeistert dabei und nimmt bereitwillig die verteilten „Anträge auf Auftritt“ entgegen, damit es auf der Bühne weitergehen kann. Denn der Name der neuen Show ist Programm: „Bitte nicht stören!“
Und so philosophieren die Radio-Beamten in aller Ruhe über die „Du bist Deutschland“ -Kampagne - „Ich bin als Oberamtsrat mindestens China“ - oder darüber, dass früher alles anders war - „Früher ist man noch in eine Kneipe gegangen, um abzustürzen. Heute reicht die neueste Version vom Computerprogramm.“ Denn damit hat es der besonders lethargische Alfred Clausen nun gar nicht so, da schon der Doppelklick bei ihm nicht funktioniert - weil er sich zu viel Zeit dazwischen lässt. Die Käffchenpause muss schon sein. Und der überraschende Schockschlaf kann auch immer mal zuschlagen. Sein Kollege ist da schon heller und kann Wortungetüme aussprechen, bei denen „Antragsauftragsbearbeitungsstelle“ nur der Anfang ist.
Wenn auch manche Witze durchaus etwas angestaubt daherkommen, hat die Hörergemeinde an den ungezählten Beamten-Klischees ihren Spaß. Immer präsent ist auch Clausens beleibte Frau Ella, deren Beautycase in Form einer riesigen Zauberkiste auf die Bühne geschoben wird. Baumann soll darin zu einer Tänzerin verzaubert werden. Allerdings klemmen die Schlösser, weshalb Clausen live von der Bühne die Auskunft anruft und beim Cottbuser Schlüsseldienst „Am Bahnhof“ landet. Der merkt erst nach einer Weile, wen er da an der Leitung hat und verlangt prustend Freikarten. Auch die Empfangsdamen des Lindner Congress Hotels gleich neben der Stadthalle kommen nicht ungeschoren davon und müssen sich am Telefon mit einem Clausen herumschlagen, der ein völlig unverständliches Englisch spricht. Und Herr Pannwitz aus Cottbus darf sogar neben dem Herrn Clausen den Herrn Baumann auf der Bühne vertreten.
Mit der Beamtenhymne „Abgelehnt, abgelehnt“ und der Käffchenhymne verabschiedet sich das Beamten-Duo wieder ins Radio - und macht dafür sogar Überstunden.