Nachdem Staatsanwaltschaft und Medien mein angebliches Privatleben gewaltsam öffentlich gemacht haben, wär's mit dem Blumenkohlwolken-Onkel wohl schwierig. Das Kapitel Fernsehen ist für mich beendet worden.„

Bei der ARD zeigte man sich überrascht. “Jörg Kachelmann hat uns im Vorfeld nicht informiert„, sagte eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion am Mittwoch. “Es ist sein gutes Recht, als Privatmann über seine Zukunftspläne zu sprechen. Wir haben Kachelmanns Aussagen zur Kenntnis genommen, werden uns zum Fall aber erst nach Prozessende äußern.„ Sein Talkshow-Engagement in der MDR-Sendung “Riverboat„ hatte er schon 2009 ad acta gelegt. Künftig wolle er nur noch als Redakteur seiner 1990 gegründeten Firma Meteomedia hinter der Kamera arbeiten, ergänzte er in “Bild„.

Dabei war Kachelmann jahrelang der Wetterfrosch par excellence: Mit Meteomedia im Rücken drängte der Schweizer den Deutschen Wetterdienst aus der ARD und wurde selbst zum bekanntesten Wettermoderator. Nah dran am Publikum verschanzte er sich nicht hinter Fachausdrücken, sondern stemmte sich mit Zottelmikrofon gegen Wind und Wetter, moderierte von Bergspitzen und Hausdächern, machte den täglichen Wetterbericht zur unterhaltsamen Mini-Show.

Dabei griff er manchmal auch daneben, sein Humor war nicht jedermanns Sache. Dennoch ließ er - ähnlich wie das Wetter - kaum einen kalt. Die meisten Zuschauer hatten und haben eine Meinung über ihn. Noch mehr Zuschauer erreichte Kachelmann regelmäßig in der ARD, wo er im Wechsel mit Kollegen jahrelang das “Wetter im Ersten„ moderierte - direkt vor der 20-Uhr-“Tagesschau„ und im Anschluss an die “Tagesthemen„ zu späterer Stunde. Seine letzten großen Auftritte hatte er während der Olympischen Winterspiele in Vancouver. dpa/mar