Seit der Gründung des studentischen Satirefestivals in Cottbus im Jahr 1996, hat sich an der Grundidee der Veranstaltung kaum etwas verändert. Auch heute geht es den Organisatoren des Cottbuser Studentenwerks weniger um den Wettbewerb als um das Zusammenbringen der studentischen Kabarettisten an einem Ort, an dem sie regelmäßig in Kontakt treten können.
„Noch Anfang der 1990er gab es auf dem Gebiet der Satirekunst nichts“, erinnert sich Andreas Gaber, der als Leiter des Festivals bereits von Anfang an mit dabei. „Es gab natürlich Studentenkabaretts. Aber es fand kein Austausch statt, so wie es im Studententheater oder dem Musik- und Tanzbereich üblich war“. Nach mittlerweile 27 Jahren hat sich um das Festival herum jedoch eine richtige Künstlergemeinschaft gebildet, die sowohl aus Studenten als auch aus ehemaligen Teilnehmern besteht, die immer mal als Zuschauer dazu stoßen oder sich mit einem Auftritt am Rahmenprogramm beteiligen.
Der Grund für diese Entwicklung ist nicht zuletzt die niedrigschwellige Veranstaltungspolitik, die einen großen Zulauf ermöglicht. Um den jungen Kabarettisten den Weg auf die Bühne nicht unnötig zu erschweren, werden für die Bewerbung weder Probevideos noch allzu ausführlichen Motivationsschreiben verlangt. Eine kurze Beschreibung der geplanten Nummer reicht aus.

Anfänger müssen ermutigt werden

Damit sollen vor allem die Anfänger motiviert werden, die sich sonst vielleicht nicht trauen würden, den nächsten Schritt zu wagen. „Wir machen es nur für die Kabarettisten“, sagt Gaber. „Ob sie es gut oder schlecht machen, ist nicht wichtig. Und wenn sie keine Erfahrung haben, dann sollen sie erst recht kommen, um von den anderen zu lernen.“
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Ebenso wichtig sind die Rahmenveranstaltungen wie der Festivalclub. Erik Franzke der mit der Kabarettistengruppe „Störfall“ zu den ersten Teilnehmern gehört und sich bis heute sowohl als Künstler, als auch als Vorsitzender des Fördervereins EI(N)FÄLLE Cottbus e. V. daran beteiligt, kann dies nur bestätigen. „Abends nach dem Auftreten gibt es sowohl für die Künstler, als auch für das Publikum das Angebot diesen Club aufzusuchen und gemeinsam zu feiern. Hier wird der Großteil des Networking betrieben“, so Franzke. „Seitdem kenne ich auch viele Künstler. Und durch das Netzwerk, das sich so langsam aufbaut, kann man sich gegenseitig auch unterstützen, sich Tipps geben oder Auftritte verschaffen.“
Das Einzige, was Franzke und Gaber Sorge bereitet, ist der Rückgang der studentischen Kabaretts. „Die Protest- beziehungsweise die Kommentierungsform von jungen Leute findet heute ganz anders statt“, sagt Franzke. „Heute funktioniert viel über Instagram oder TikTok. Es wird viel mit Memes gearbeitet. Wenn sie irgendwas satirisch kommentieren möchten, dann machen sie es eher auf diesem Wege, als sich auf die Bühne zustellen.“ Dies könnte dazu führen, dass das Genre zunehmend an Bedeutung verliert.

Teilnehmer gibt es noch viele

Nichtsdestotrotz gibt es immer noch genügend junge Leute, die sich für die Bühne und das Kabarett entscheiden. Immerhin hat es auf dem Festival noch nie an Teilnehmern gefehlt. Ganz im Gegenteil, es hat immer mehr Bewerbungen gegeben, als Spielzeit.
Außerdem erneuert sich das Studentenkabarett wie jede andere studentische Organisation stetig von innen heraus. Die einen, die das Studium hinter sich haben oder sich in dem Genre nicht mehr wiederfinden, gehen und andere kommen stattdessen hinzu. „Und genau darauf soll es ankommen“, so Gaber. „Solange wir auf der Bühne noch studentische Kabarettisten haben, haben wir einen Grund weiterzumachen.“
Wie sich das Festival in Zukunft tatsächlich entwickelt, muss sich erst zeigen. Nach den coronabedingten Ausfällen in 2020 und 21, möchten die Veranstalter es zumindest in diesem Jahr etwas langsamer angehen und nur eine der beiden Bühnen bespielen. Da sich das Festival zum Großteil aus den Eintrittsgeldern finanziert, soll zunächst geschaut werden, wie sich das Publikum nach so einer langen Pause verhält.

„EI(N)FÄLLE“ – Das 26. Studentische Satirefestival Cottbus

Das Festival dauert vom 19. bis 22. Januar und startet am 19. Januar um 19 Uhr mit einer Eröffnungsgala im Konservatorium.
Adresse: Puschkinpromenade 13, 1403044 Cottbus.
Tickets: 19 Euro oder 9 Euro ermäßigt, unter: https://studentenkabarett.reservix.de/events
Das komplette Programm und weitere Informationen zum Festival finden Sie unter: https://satirefestival.de/