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| 12:17 Uhr

Am Senftenberger See
Junge Musiker bringen Duke Ellington auf die Amphi-Bühne

Lajjazzo kommt an den Senftenberger See.
Lajjazzo kommt an den Senftenberger See. FOTO: pr
Großkoschen. Am heutigen Donnerstagabend wird es eng auf der Bühne im Senftenberger Rundtheater. Das Brandenburger Landesjugendjazzorchester (LaJJazzO) ist gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern der „Young Voices“ Brandenburg am See zu Gast. Von Heidrun Seidel

„Wir schöpfen jeden Zentimeter der Bühne aus“, freut sich Philipp Schoof, einst als Baritonsaxofonist selbst Ensemblemitglied und jetzt Projektmanager des Landesjugendjazzorchesters Brandenburg. Er verspricht ein musikalisches und stimmliches Feuerwerk der 20 Mitglieder des LaJJazzO und 23 „Young Voices“ .

Dafür haben die jungen Leute zwischen 17 und 25 Jahren in den letzten Monaten besonders intensiv geprobt. „Seit einigen Wochen konnten sie sich individuell mit den Noten für das Programm am Donnerstag beschäftigen und auf ihren jeweiligen Instrumenten oder ihren Gesangspart üben“, so Philipp Schoof. Seit Montag waren zu ihrer gemeinsamen Probenphase in der Gubener Musikschule zu Gast. Geleitet werden die angesehenen und unter jungen Musikern und Sängern begehrten Ensembles von Jiggs Whigham und Marc Secara. Während sich dieser – in Kritiken als Sänger „mit dem Swing-Feeling-Gen” bezeichnet – den jungen Stimmen widmet, zu denen auch Lorelies Kappler aus Hohenleipisch, Nadja Noack aus Cottbus und Melanie Bründel aus Finsterwalde gehören, ist Jiggs Whigham für die jazzigen Töne in der Big Band zuständig. Der amerikanische, weltweit renommierte Jazzposaunist und Big Band Leader ist seit 2008 der künstlerische Leiter des LaJJazzO, wie sich das Ensemble nennt. Bereits seit seiner Gründung 1994 war es stets durch profilierte Jazzmusiker und Bandleader begleitet worden und erspielte sich bundesweit Spitzenplätze in Wettbewerben. Die jungen Jazzmusiker haben 2011 ihre erste CD „Ellington and More“ veröffentlicht und können auf eine Zusammenarbeit mit Musikern der bekannten BBC Big Band aus London und mit Musikern wie Till Brönner verweisen.

Im LaJJazzO spielen die Instrumentalisten – meist Musikstudenten, die aus Brandenburger Musikschulen hervorgegangen sind – für zwei Jahre zusammen. Unter dem Dach des Verbandes der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V. erarbeiten sie in dieser Zeit, so Schoof, vier Programme, mit denen sie dann sowohl in Brandenburg als auch darüber hinaus auftreten und die als CD veröffentlicht werden. Derzeit laufen die Bewerbungen für die nächste Probenphase.

Ein zusätzliches und besonderes Programm werden die jungen Musiker am Donnerstagabend im Amphitheater bieten: Das Second Sacred Concert von Jazz-Legende Duke Ellington (1899 bis 1974). Er hat das Werk im Jahr 1967 komponiert und am 19. Januar 1968 in der Kathedrale „St. John The Divine“ in New York uraufgeführt. „Er geht in seinen letzten Lebensjahren einen spirituellen Weg“, beschreibt Philipp Schoof die Besonderheit. Das zweite Sacred Concert vereine weltliche Musik und sakrale Inhalte. Dabei bediene sich Ellington durch das Einbeziehen des Chores eines ganz neuen Stilmittels, das auf der Tradition der nordamerikanischen Gospelchöre basiert.
Durch die für den Jazz untypische Größe des benötigten Ensembles sei das Stück in Deutschland bislang nur sehr selten aufgeführt worden.

Die besten jungen Jazz-Musiker und die besten jungen Jazz-Stimmen Brandenburgs werden sich am Donnerstag mit Spiellust daran wagen.

30. August 2018, 19.30 Uhr, Duke Ellington: Second Sacred Concert. Karten unter 03573 801286 in der Theaterkasse, in den bekannnten Vorverkaufsstellen oder an der Abendkasse.