ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:03 Uhr

Junge Musiker beleben alte Musik mit neuer Frische

Bad Liebenwerda.. Im Landkreis Elbe-Elster hat man sich seit einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben, das Erbe der Komponisten und Musiker Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun wieder bekannter zu machen. Jürgen Weser

Schon zum zweiten Mal fand am Freitag und Samstag ein deutschlandweiter „Gebrüder-Graun-Wettbewerb“ für Nachwuchsmusiker statt. Das Kulturamt des Landkreises und die Sparkassenstiftung Elbe-Elster wollen damit das Erbe der beiden Musiker wieder in den Fokus rücken. 25 junge Musiker von sieben Musikhochschulen stellten sich als Sänger, Instrumentalsolisten oder Ensembles mit Graun-Kompositionen dem Wettbewerb.
Der Weg der beiden Graun-Brüder, 1701 und 1703 im kleinen Ackerbürgerstädtchen Wahrenbrück bei Bad Liebenwerda geboren, führte über die Dresdner Kreuzschule in den musikalischen Olymp des 18. Jahrhunderts. Johann Gottlieb wurde zum Hofka pellmeister Friedrich II. und Carl Heinrich zum anerkanntesten Opernkomponisten der friderizianischen Zeit. Seine 1755 uraufgeführte Passionskantate „Der Tod Jesu“ gehörte zu den berühmtesten Kompositionen des 18. Jahr hun derts. Später gerieten die Kompositionen der Grauns zunehmend in Vergessenheit.
Zu Unrecht, sagt der Berliner Musikwissenschaftler Dr. Christoph Henzel. Er hat sich als Graun-Forscher und Herausgeber ihrer Kompositionen einen Namen gemacht und saß in Bad Liebenwerda in der hochkarätigen Jury. Der Wettbewerb stand auf einem sehr hohen Niveau, urteilte auch Professorin Gerlinde Otto aus Leipzig. Die zwei Solopreise gingen an Simon Borutzki von der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin für seine Sonateninterpretationen von Carl Heinrich Graun mit der Blockflöte und an Carl-Sönje Montag aus Detmold für das Fagottkonzert in B-Dur von Johann Gottlieb Graun. Die Preisträgerin von 2003, Anne-Kathrin Schenck aus Berlin, die sich auf nationalen Konzert- und Opernbühnen als Sopransängerin schon einen Namen gemacht hat, wurde mit einem Sonderpreis bedacht. Mit einem furiosen Zusammenspiel sicherten sich neun junge Musiker aus Karlsruhe mit einem stimmungsvollen Pastorale als Projektgruppe Operino den Pre is für die beste Ensembleleistung. Auf sich aufmerksam machen konnte die Siegerin des regionalen Wettbewerbs, Christina Beindorf aus Elsterwerda. Ihr bescheinigte die Jury ausgezeichnete Potenzen.
Im Zuge des Wettbewerbes sind in den letzten zwei Jahren etliche Publikationen zu den Graun-Brüdern entstanden. Dr. Henzel hofft, dass ihre Musik bald wieder den Weg auf die großen Bühnen und an die Musikhochschulen findet. Der dritte Wettbewerb um den „Gebrüder-Graun-Preis“ soll 2007 nach dem Willen der Organisatoren ein internationaler werden.