Wo kommt er her, der Horrorclown? War es Stephen King? 1986 erschien sein Roman „Es“, in dem das absolut böse als Clown Pennywise sein Unwesen treibt.

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Damals allerdings gab es Batmans Widersacher Joker schon lange, seit den 1970er-Jahren auch als tatsächlich Irren, der als Clown die fiktive Stadt Gotham City und ihre Bewohner ins Verderben treiben will.

Der erste böse Clown war Sänger

Der böse Clown allerdings ist wesentlich älter. Andrew McConnell Stott von der University of Southern California datiert das erste Erscheinen des bösen Spaßmachers aufs Jahr 1892. Damals stand die Uraufführung der Oper „I Pagliacci“ von Ruggero Leoncavallo auf dem Spielplan des Teatro Dal Verme in Mailand.

Die Figur Canio, als Clown verkleidet, findet heraus, dass seine Frau Nedda eine Affäre hat. Der Clown wird zum Killer. „Die Kommödie ist zu Ende“, sagt Canio am Ende der Oper. Da war er geboren, der böse Clown in der modernen Zeit.

Cottbus

Es ist gerade der Widerspruch zwischen Äußerem und Innerem, das den bösen Clown zu einem solch starken Antiheld werden lässt. Er hat es sogar bis zum Helden geschafft, als Heath Ledger den Joker in Christopher Nolans „Dark Knight“ verkörperte.

Für seine Darstellung eines vollkommen Wahnsinnigen mit unheimlicher Clownsfratze bekam Ledger einen Oscar. Posthum. Ledger hatte sich intensiv auf die Rolle des vielleicht berühmtesten Horrorclowns der Gegenwart vorbereitet.

Mysterium Joker, Opfer Ledger

Das, so hatten zahlreiche Medien nach seinem Tod geschrieben, habe er nicht verarbeiten können und hätte seinen Tod gefördert. Ob’s stimmt – schwer zu belegen.

Fakt aber ist: Nicht nur Ledger hat sich mit der Darstellung des Jokers zu einer Schauspiellegende gespielt, auch die Figur des Joker hatte plötzlich noch mehr Mythos als selbst ein Jack Nicholson ihr verleihen konnte. Nicholson hatte den Joker 1989 in Tim Burtons Film „Batman“ gespielt.

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Auf Canio folgten unzählige Nachfolger, mal waren sie einfach nur böse, meist aber irre, oft auch übernatürlich. Pennywise war das Böse, Captain Spaulding aus „Haus der 1000 Leichen“ ein Psychopath, Eli Roth erzählt in „Clown“ die Geschichte eines Kostüms, das seinen Träger in einen brutalen Killer verwandelt.

Ein echter Horrorclown als Killer

Ganz in der fiktiven Welt sind die bösen Clowns nach Canio nicht geblieben. 1994 wurde John Wayne Gacy hingerichtet. Zwischen 1972 und 1978 hatte Gacy 33 junge Menschen ermordet, darunter Kinder. Gacy ist heute als „Killer-Clown“ bekannt. Er besuchte regelmäßig Straßenfeste im Clownskostüm und unterhielt Kinder.

Einen direkten Zusammenhang allerdings mit den Morden gab es laut Urteil damals nicht. Aber: Während seiner Haft malte Gacy Clownsbilder und verkaufte sie. Die Werke vom „Killer-Clown“ erzielten fünfstellige Preise.

Coulrophobie


Es gibt sie tatsächlich – die krankhafte Angst vor Clowns. Auch wenn bei der modernen Rolle des Clowns die Angst gar nicht unbegründet wäre, mit Pennywise, Captain Spaulding und anderen Killerclowns hat sie nichts zu tun. Vielmehr stört Betroffene instinktiv, dass die Gesichtszüge eines Clowns nicht einwandfrei zu erkennen sind. Darüber hinaus ist das oft geschminkte Lächeln unecht. Das lässt Spekulationen darüber zu, was hinter der falschen Freude stecken könnte. (mit dpa)