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Jeder wird zur "Dancing Queen"

"Abba Fever" sorgte bei kühlem Wetter am Senftenberger See für hohe Betriebstemperaturen.
"Abba Fever" sorgte bei kühlem Wetter am Senftenberger See für hohe Betriebstemperaturen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Großkoschen. Auch wenn der "schönste Schweden-Export aller Zeiten" aus Hamburg kam: Fast 500 Fans tanzten am Donnerstagabend am Senftenberger See im Abba-Fieber. Ida Kretzschmar

Der Herbst wirft seine Schauer voraus. Die Band hat das Schietwetter aus Hamburg mitgebracht, bekennt reumütig "Abba Fever". Vor zehn Jahren haben die sieben Musiker das Erbe der legendären schwedischen Band angetreten. Zum dritten Mal sind sie im Amphitheater der Neuen Bühne. Und die hartgesottensten Fans sind auch zum dritten Mal hier. Sie wissen schon: Es wird noch richtig heiß werden.

Allerdings braucht die Aufwärmphase diesmal ein wenig Zeit. Zwar gibt es gleich einen Knaller: "Waterloo", mit dem die vier Schweden von Abba 1974 die ganze Welt eroberten, als sie den Grand Prix gewannen. Auch die wechselnde Discokluft der beiden Abba Tribut zollenden Sängerinnen, mit viel Glitzer, Trompetenärmeln, breitem Gürtel über'm Minirock und hautengen Stiefeln lässt die Temperatur steigen. Jeder Song ein Hit: "Honey, Honey" und "The Winner Takes It All" aus "Mamma Mia".

Aber noch fühlt man sich nicht gleich wie im Film mit Hollywood-Star Meryl Streep. Immerhin wird schon rhythmisch geklatscht. Und als dann kurz vor der Pause die Band nur so mit "Senftenberger Dollars" um sich wirft und "Money, Money" abfeiert, sind schon fast alle Hände oben und feiern mit.

"Die machen schon Stimmung. Aber die Stimmen sind wohl mehr fürs Musical gemacht. Da kann man nicht die Augen schließen und denken, man ist in einem Abba-Konzert", sind sich Manuela und Peter Seifert einig, zwei Dauercamper aus Dresden, die schon Stammgäste im Amphitheater sind.

Da geht noch viel mehr, beweisen dann auch "Abba Fever" und fast 500 Zuschauer mit Hunderten Leuchtstäben, Sanges- und Tanzlust im zweiten Teil des Abends. Mamma Mia, da brennt die Luft zwischen Chiquitita und "SOS"!

Es ist ja nicht allein dieser mitreißende Rhythmus. Es ist das Lebensgefühl der 70er-Jahre. Es sind Abbas unsterbliche Lieder. Es sind die den Originalen nachempfundenen schrillen Kostüme, diese einzigartigen Bewegungen und Fingerposen. Die man übrigens nicht nur auf der Bühne draufhat. Selbst Männer hält es nicht auf den Sitzen. Eine weibliche Fantruppe in vorderer Reihe aber weiß genau, wie sich eine Dancing Queen bewegt. "Ich habe das Konzert zu meinem 50. Geburtstag geschenkt bekommen", verrät Beatrix Gurk aus Leuthen. Zu siebt sind sie hier, zwei Generationen. Demnächst geht es ins Abba-Museum nach Stockholm. Klar stehen hier nicht Agnetha und Björn, Benny und Anni-Frid auf der Bühne. Die Ärztin amüsiert sich dennoch prächtig: "Wenn ich mir Abba im Original anhören will, lege ich mir eine CD auf."

Zum Thema:
Nachdem sich heute ab 20 Uhr der Sensenmann in seiner neuen Comedy-Show dem unausweichlichen Übergang auf die andere Seite widmet, steht am Sonntagab 19.30 Uhr"Machos auf Eis" von der Comödie Dresden an. Vier Männer sitzen im Kühllager eines Restaurants fest. Die gute Nachricht: Die Kühlung funktioniert schon seit Monaten nicht. Die schlechte: Die Klinke ist von innen abgebrochen, null Handyempfang und das Restaurant ab morgen geschlossen. Sie alle kennen sich nicht, und sie mögen sich nicht. Und während die Männer noch meinen, die Nacht hätte ihren Tiefpunkt erreicht, springt plötzlich die Kühlung an, und es wird kalt.