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| 01:10 Uhr

Jeder darf mal auf die Bühne

Will Smith wurde zum beliebtesten Pop- und Rockkünstler ausgerufen.
Will Smith wurde zum beliebtesten Pop- und Rockkünstler ausgerufen. FOTO: AFP
Bei der Vergabe der American Music Awards ist der erwartete Preisregen für Mariah Carey (35) ausgeblieben: Obwohl vier Mal nominiert, gewann die 180-Millionen-Tonträger-Frau nur in der Kategorie Soul/Rhythm & Blues die Trophäe für die beste Künstlerin. Von Christoph Driessen

In der besonders prestigeträchtigen Sparte Pop und Rock wurde sie von Gwen Stefani abgehängt.
Eigentlich sind es ja nackte Verkaufszahlen, die über die Vergabe der Preise entscheiden, doch die ausgezeichneten Künstler im Shrine Auditorium in Los Angeles sahen in der Nacht zu gestern fortwährend die Hand des Allmächtigen im Spiel. Carey beteuerte: "Ich bin nur dank der Gnade Gottes hier." Mit Christkindl-Blick empfahl sie der Zuhörerschaft die Kraft des Gebets: "Alles, worum ihr bittet, wird erhört werden." Will Smith, der zum beliebtesten Pop- und Rockkünstler ausgerufen wurde, dankte seiner Großmutter, Gott und den Fans (in dieser Reihenfolge), und auch Missy Elliott führte ihren Erfolg auf göttliches Eingreifen zurück.
Die American Music Awards gelten als wichtigste US-Musikpreise nach den Grammys, aber diesmal war es eine Gala ohne Höhepunkte. Mit den meisten Applaus erhielt bezeichnenderweise Paris Hilton für einen Miniauftritt als Ansagerin. Einen klaren Gewinner gab es nicht - jeder bekam irgendwas, und da viele der Geehrten an anderer Stelle selbst Preise überreichten, entstand der Eindruck, dass sich hier die kommerziell erfolgreichsten US-Popstars gegenseitig beglückten. Gwen Stefani war nicht darüber im Bilde, wofür sie ihren Preis eigentlich bekam: "Was hab ich nun gewonnen?"
Missy Elliott, die zur besten Künstlerin der Rap/HipHop-Sparte ausgerufen wurde, humpelte wegen einer gerissenen Achillessehne an einer Krücke auf die Bühne: "Wie ihr sehen könnt, hab ich ein bisschen viel getanzt", entschuldigte sie sich.
Der Countrystar Tim McGraw staubte gleich zwei Awards ab: Als bester Sänger seiner Sparte und für das beste Album. Auch Destiny's Child brachte es - obwohl mittlerweile aufgelöst - noch auf zwei Preise (beste Soul/Rhythm & Blues-Band und bestes Album in dieser Sparte). The Black Eyed Peas wurden sowohl in der Kategorie Pop/Rock als auch in der Sparte Rap/HipHop zur besten Band gekürt. Mehrere Preisträger blieben der Veranstaltung fern, darunter die Rapper 50 Cent und Eminem, Green Day, Kelly Clarkson und The Black Eyed Peas.