"Orient und Okzident, Morgenland und Abendland, Islam und Christentum - je nach Standpunkt sehen die einen bei den anderen die Sonne auf- oder untergehen. Wenn die Welt kleiner wird, kann nichts mehr nebeneinander existieren", sagt Ulli Blobel. Das spiegelt sich im gerade veröffentlichten Herbst- und Winterprogramm der Jazzwerkstatt wider. Die Jazzwerkstatt ist neue Kooperationen eingegangen und erreicht dadurch eine größere Vielschichtigkeit.

"Gleich zu Beginn der Saison bringen wir einen Geheimtipp zu Gehör", kündigt Blobel an. Das Trio des französischen Saxofonisten Eric Plandé spielt am Sonntag, 11. September, um 16 Uhr in Novilla Berlin. Dieses Konzert ist eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Jazzkeller 69 und der Deutschen Gesellschaft.

Die kroatische Sängerin Vesna Pisarovic stellte in Peitz bereits in einer Jazzwerkstatt die Bearbeitung von Songs aus ihrer Heimat vor. Mit dem Projekt "Petit Standard" lotet sie die Möglichkeiten und Grenzen der Triobesetzung aus. Mit einem spielerisch-dekonstruktiven und experimentellen Ansatz erweitert sie das Potenzial von Jazzstandards. Thelonious Monk, Duke Ellington, Charles Mingus und Steve Lacy hat sie auf ihrem Zettel.

Gemeinsam mit der Kulturfabrik Hoyerswerda wird am Samstag, 5. November, 20 Uhr, dort die Multi Media Performance mit Helge Leiberg, Gamble und Hope aufgeführt.

Neu ist in dieser Saison auch Jazz in der Kulturbrauerei - eine Co-Produktion mit internationalen Jazzstars, der Jazzwerkstatt sowie dem Kesselhaus und Maschinenhaus in der Kulturbrauerei Berlin. Biréli Lagrène, Vesna Pisarovic, Soulful Organ Trio, Billy Cobham Oregon und Barry Altschul sind die Herbstglanzlichter dieses Programmteils.

Ergänzend zu Konzerten sind in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft Podiumsgespräche geplant, die aktuelle kulturpolitische Themen aufgreifen und nicht nur in Berlin, sondern unter anderem auch in Cottbus stattfinden sollen. Unter dem Motto "Begegnung zwischen Orient und Okzident" findet am Montag, 5. Dezember, um 20 Uhr im Glad-House Cottbus Andreas Brunn for Free Hands feat. Floros Floridis und Alaa Zouiten in der Reihe Kunst und Gesellschaft statt. Ulli Blobel kuratiert und moderiert, unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Eine Sonderedition der Jazzwerkstatt Peitz findet am 9. Dezember in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg statt. "Wir setzen unsere Duo-Thematik, die intimste Form der Improvisationskunst fort", sagt Veranstalter Ulli Blobel. Mit dabei sind Barry Guy und Sebastian Gramss, Nicola L. Hein und Matthias Muche, von denen auf dem Label Jazzwerkstatt eine CD erscheinen wird. Eine Vinyl Schallplattenbörse und der Weihnachtsmarkt im Hof der Kulturbrauerei ergänzen das Programm der Sonderedition.

Ulli Blobel setzt in der neuen Saison seine Lesungen aus "Sketches Of Spain" mit Konzerten fort. In Cottbus und Peitz hat er bereits daraus vorgetragen. Am 17. September, 20 Uhr, findet die nächste Lesung mit Konzert im Institut Francais in Berlin statt. Es spielt der Flamenco-Gitarrist José Luis Montón.

"Aleppo liegt hinter uns" ist die neuste Veröffentlichung, in der er über die Flucht eines jungen Syrers aus seiner Heimatstadt und die Reise nach Berlin erzählt. Auch mit diesem Buch geht Ulli Blobel auf Konzert-Lese-Reise.

Zum Thema:
Vesna Pisarovic wird am Samstag, 12. November, um 20 Uhr in der Malzhausbastei Peitz mit Petit Standard zu hören sein. Neben der kroatischen Sängerin gehören Schlagzeuger John Betsch und Bassist Chris Dahlgren zu dem Trio. Die Jazzwerkstatt Peitz Nr. 54 findet vom 9. bis 11. Juni 2017 statt. Unter anderen werden erwartet: am Freitag: Anthony Braxton Trio w./Taylor Ho Bynum, Mary Halvorson; Vor der Mauer - nach der Mauer: Baby Sommer, Friedhelm Schönfeld, Walburga Walde, Julia Kadel. Am Samstag: Kolja Blacher und Özgür Aydin, Gebhard Ullmann und Joachim Kaufmann, Rolf Kühn Unit w./Ronnie Graupe, Johannes Fink, Christian Lillinger: Am Sonntag: Jazzgottesdienst und Konzert mit KMD Wilfried Wilke und Wolfgang Schmidtke.Weitere Infos zum gesamten Programm gibt es unter www.jazzwerkstatt.eu