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Jazz vor dem Altar in Cottbus

Hat als brandenburgisches Spitzenensemble Furore gemacht: das Landesjugendjazzorchester.
Hat als brandenburgisches Spitzenensemble Furore gemacht: das Landesjugendjazzorchester. FOTO: Hauth
Cottbus. Am nächsten Freitag ist es wieder so weit: "Musikschulen öffnen Kirchen". Diesmal sorgen junge Nachwuchsmusiker in Cottbus für einen jazzigen Auftakt der Benefizreihe. Ida Kretzschmar

Mit einer Hommage auf die Jazzlegende Billy Strayhorn feiert der Swing der 40er- und 50er-Jahre am 24. April ab 18 Uhr in der evangelischen Lutherkirche in Cottbus Auferstehung. Das Landesjugendjazzorchester Brandenburg mit seiner Junior-Truppe eröffnet die Konzertreihe mit: "A Focus On Billy Strayhorn".

Unter der künstlerischen Leitung des US-amerikanischen Posaunisten und Big-Band-Leaders Jiggs Whigham widmet sich das brandenburgische Spitzenensemble voller Spielfreude dem Schaffen eines der bedeutendsten Jazzkomponisten und -arrangeure.

Dabei erklingen neben Klassikern wie "Take The A Train" oder "Lush Life" auch Raritäten wie "Little Jeannette Leigh" und die heimliche, aus der Feder von Billy Strayhorn stammende, Erkennungsmelodie des Landesjugendjazzorchesters "Johnny Come Lately". Gejazzt wird für die Innensanierung der Cottbuser Lutherkirche.

Zwei Tage später musizieren ab 17 Uhr in der Stadtkirche St. Catharina in Elsterwerda Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" des Landkreises Elbe-Elster. Orgelklänge und Werke von Vivaldi und J.S. Bach auf der Querflöte werden zu hören sein. Damit soll die Restaurierung und Sanierung von Kirche und Orgel unterstützt werden. Da es so viele Konzerte wie noch nie in Brandenburg (gelegentlich auch unter sächsischer Beteiligung) gibt, begann die Benefizkonzertreihe in einigen Kirchen schon Anfang des Jahres.

Mehr als 60 Veranstaltungen sind in der Reihe "Musikschulen öffnen Kirchen" geplant, verkündet Thomas Falk vom Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburgs, der gemeinsam mit dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. Impulsgeber und Organisator ist.

Die Reihe habe sich in den vergangenen Jahren im brandenburgischen Kulturkalender etabliert. Junge Musikerinnen und Musiker der Musikschulen Brandenburgs, mehr als 1000 sind diesmal dabei, präsentieren eine bunte Klangfülle: von klassischen Werken, sinfonischen Klängen bis zu Chor- und Kammermusik, Film- und Computermusik. Woche für Woche ist bis zum Ende des Jahres ein breites künstlerisches Spektrum zu erleben.

Gelegenheit, für junge Leute, ihre künstlerischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Eine gute Gelegenheit, die immer auch einem anderen guten Zweck dient: Sie erspielen in den Dorf- und Stadtkirchen des Landes Spenden für die Sanierung von Orgeln, Kirchtürmen und Glockenanlagen. Oft genug setzen sie damit Puzzlesteine, damit die Kirche im wahrsten Sinne im Dorf bleibt. Und sie greifen natürlich auch für den Erhalt wertvoller Kulturdenkmäler in den Städten zu ihren Instrumenten.

Mehr als 130 000 Euro Spenden sind in den vergangenen Jahren bereits zusammengekommen, hebt Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) hervor, Schirmherrin der Reihe. Kirchen, Fördervereine und Musikschulen laden zu Kinder- und Familienkonzerten mit Kaffee und Kuchen. Kirchenführungen und Wissenswertes zum Gotteshaus runden den Ausflug in Stadt und Land ab.

Dabei werden die Musiker in unserer Region noch einige Male den Ton angeben: Am 6. Juni präsentieren Kammerchor und Orchester der Musikschule Oberspreewald-Lausitz und der Ökumenische Kirchenchor Senftenberg Chor- und Orchesterwerke aus vier Jahrhunderten in der Evangelischen Dorfkirche Ogrosen. Die Geschwister-Graun-Musikschüler sind am 14. Juni noch einmal in der Barockkirche Ahlsdorf (Elbe-Elster-Kreis). Eine Woche später trompeten sie in der Fachwerkkirche Altherzberg. Am 27. September musizieren Schülerinnen und Schüler der Musik- und Kunstschule "Johann Theodor Römhild" des Landkreises Spree-Neiße für den Wiederaufbau des Kirchturms in Laubst. Am gleichen Tag sind die Graun-Schüler in der Stadtkirche Wahrenbrück, zur Feier des Abschlusses der Sanierungsarbeiten bis 2014 und zum Dank für die Unterstützer. Am 11. Oktober sind sie dann in der Reformationsdekade in der Dorfkirche Frauenhorst (beides Elbe-Elster).

An diesem Tag kehrt die Benefizreihe übrigens auch noch einmal nach Cottbus zurück. Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters, des Kammerchors und Solisten des Konservatoriums Cottbus spielen Musik aus Taizé zugunsten des Orgelvereins der Katholischen Probsteikirche St. Marien Cottbus.