ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:03 Uhr

Intendanten gegen Eingriffe in Freiheit der Kunst

Berlin/Dresden.. Das Staatsschauspiel Dresden kann im juristischen Streit um seine Inszenierung von Gerhart Hauptmanns „Weber“ auf moralische Unterstützung von Intendanten und Regisseuren anderer Häuser bauen.

In einer Umfrage wehrten sich die Chefs mehrerer Theater gegen Eingriffe in die künstlerische Freiheit. Morgen entscheidet das Landgericht Berlin, ob das vom Verlag Felix Bloch Erben erwirkte Verbot der Aufführung weiter gültig ist. Nach Ansicht des Verlags wurden Hinzufügungen zum Originaltext nicht vertragsgemäß genehmigt.
Der Berliner Regisseur Christoph Schlingensief hält das gerichtliche Vorgehen für "völligen Unfug". Theater könne in der heutigen Zeit nur interessant sein, wenn seine Texte auf die neue Zeit übertragen werden, sagte Schlingensief .
Nach Ansicht des Generalintendanten des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Stephan Märki, entmündigen gerichtliche Verbote von Inszenierungen die Zuschauer. Der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Steffen Piontek, verwies auf die vom Grundgesetz geschützte Kunstfreiheit. "Ein Regisseur hat das Recht, ein Stück so zu interpretieren, dass es für seine Zeitgenossen aktuell und interessant ist."
"Ich kann die Dresdner zu dem, was sie gewagt haben, nur beglückwünschen. Ich finde das konzeptionell völlig richtig, es entspricht auch völlig den Intentionen des Dichters", sagte Ingolf Huhn, Generalintendant des Theaters Plauen-Zwickau. "In Zeiten, da die Politik die Lebensgrundlage vieler Menschen, vor allem im Osten, ins Katastrophale abstürzen lässt, muss das Theater schreien." Auch die Chemnitzer Schauspieldirektorin Katja Paryla meinte, im Theater würden Konflikte dargestellt - "Figuren geben nicht die Meinung der Theatermacher wieder. (dpa/mar)