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Inge Deutschkron wird 95

Inge Deutschkron (r.) zu Besuch im Finsterwalder Kreismuseum mit der Berliner SPD-Abgeordneten Franziska Becker und ihrer Familie bei Rainer Ernst (l.) Die gebürtige Finsterwalderin verbrachte zwar nur die ersten fünf Jahre in der Stadt. Nach 1990 entwickelte sich aber eine intensive Beziehung zur Sängerstadt.
Inge Deutschkron (r.) zu Besuch im Finsterwalder Kreismuseum mit der Berliner SPD-Abgeordneten Franziska Becker und ihrer Familie bei Rainer Ernst (l.) Die gebürtige Finsterwalderin verbrachte zwar nur die ersten fünf Jahre in der Stadt. Nach 1990 entwickelte sich aber eine intensive Beziehung zur Sängerstadt. FOTO: Jürgen Weser/jgw1
Berlin/Finsterwalde. Die Autorin und Holocaust-Überlebende Inge Deutschkron feiert heute ihren 95. Geburtstag. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) würdigte Deutschkron als Vorbild für politisches und gesellschaftliches Engagement. dpa/ik

"Für alle Zukunft wird unsere Gesellschaft auf das Lebenswerk von Menschen wie Inge Deutschkron zählen, um unser Zusammenleben in Demokratie, Freiheit und Toleranz zu verteidigen gegen die immer wiederkehrenden Herausforderungen von Antisemitismus, Rassismus, Hass, Gewalt und der vielfältigen Formen des alten und neuen Rechtsradikalismus", erklärte Müller am Montag.

Deutschkrons Lebensaufgabe sei "die Erzählung ihrer Lebensgeschichte - in ihren Büchern, in vielen Gesprächen und Interviews, in persönlichen Begegnungen und in den Medien", so Müller. "Sie hat in ihrer Jugend im nationalsozialistischen Berlin Verfolgung erlitten, sie hat die Menschenverachtung und den mörderischen Terror dieses Regimes in unserer Stadt mit Leib und Seele gespürt." Erinnerung an diese Epoche deutscher Geschichte sei unverzichtbar, um die Rückkehr des Unrechts zu verhindern. "Dafür kämpft Inge Deutschkron in der ihr eigenen sympathischen Mischung aus energischer Durchsetzungskraft und liebevollem Humor." In ihrer Autobiografie "Ich trug den gelben Stern" erzählt die gebürtige Finsterwalderin ihre dramatische Überlebensgeschichte als Jüdin in Berlin. Versteckt von den "stillen Helden" - den wenigen deutschen Nichtjuden, die den Verfolgten halfen - überlebten Deutschkron und ihre Mutter die Terrorherrschaft der Nazis. "Ich feiere meinen Geburtstag immer wieder. Viele alte Leute tun das nicht", sagte die Schriftstellerin und Journalistin einmal. "Ich sage immer, das ist der Tag meines Triumphes. Ich lebe, und die Banditen, die mich töten wollten, nicht."