Genau wie der Name des Mannes, der das 1560 Quadratmeter große Anwesen für 402 000 Euro erworben hat. Der Mäzen – angeblich ein pensionierter Industrieller aus dem sächsischen Meißen – will zunächst ungenannt bleiben.

„Wir wissen noch nicht, was mit dem Grundstück geschehen wird“, sagte Konrad Hirsch. Er ist Vorsitzender des Fördervereins der Dresdner Palucca-Tanzhochschule. „Aber wir sind glücklich, dass ein Sachse der neue Besitzer ist, der sich mit uns an den runden Tisch setzen will.“ Bereits in dieser Woche solle über die künftige Nutzung gesprochen werden. Noch kenne man den Käufer kaum, ein Arrangement mit der Schule sei aber sicher. „Er erwartet Vorschläge von uns, bringt aber auch selbst gute Ideen mit.“

Nach den Vorstellungen des Vereins soll in Vitte auf Hiddensee ein Ort des Gedenkens an die Tänzerin entstehen, der besonders junge Künstler anspricht. „Es soll etwas Neues, Lebendiges sein, genauso wie Palucca immer avantgardistisch und lebensfroh war“, sagte Hirsch. Palucca (1902-1993), Symbolfigur des modernen Ausdruckstanzes, hatte sich 1961 ein Ferienhaus auf Hiddensee bauen lassen. Sie wurde 1993 auf der Insel beigesetzt. Seit 1996 erinnern Tanzstudenten der Palucca-Schule Dresden – der einzigen Tanzhochschule in Deutschland – alljährlich mit einem Workshop auf der Insel an die Pädagogin.

„Auch wenn das Haus nicht mehr steht, lebt der Geist Paluccas weiter“, ist sich Hirsch sicher und spielt damit auf den Abriss des reetgedeckten Palucca-Bungalows an. Der ehemalige Eigentümer, der das Anwesen von der Erbengemeinschaft gekauft hatte, ließ das Haus am 20. März abreißen – nachdem bekannt worden war, dass das Gebäude vor der Versteigerung unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. „Ob der Bau eines neuen Palucca-Hauses unter den Vorzeichen einer öffentlich-kulturellen Nutzung problemlos möglich ist, muss noch mit den Behörden vor Ort geklärt werden“, so Hirsch.