"Die Popkomm ist so international wie nie", sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) zu Beginn der Musikmesse, die zum vierten Mal in Berlin gastiert. Beim diesjährigen "Partnerland" setzt die Messe allerdings einen nationalen Akzent: Nach Frankreich, Spanien und Brasilien steht 2007 Deutschland selbst im Mittelpunkt. Beim Popkomm-Festival in den Clubs der Stadt stellt Deutschland rund ein Drittel der 450 Bands und Interpreten.
Schon die Eröffnungsparty am Vorabend hatte voll auf deutsche Musiker gesetzt: Mit Künstlern wie der Chansonsängerin Annett Louisan, der Schauspielerin Jasmin Tabatabai samt Band sowie den Berliner Lokalhelden Knorkator wurde die Vielfalt der Musikszene präsentiert.
Mit dem "Partnerland Deutschland" will sich die hiesige Branche den Ausstellern und Fachbesuchern aus der ganzen Welt auch als Musikexporteur empfehlen. Denn der Plattenmarkt im Inland schrumpft seit Jahren deutlich: Seit Ende der 90er-Jahre hat die deutsche Plattenbranche mehr als 40 Prozent ihres Umsatzes verloren, sie lag 2006 noch bei rund 1,7 Milliarden Euro. Die Live-Musik-Branche hingegen legt zu: Seit 1995 gab es ein Plus von 18 Prozent, sodass am Ende des laufenden Jahres voraussichtlich 2,88 Milliarden Euro erreicht werden. Die Popkomm dient daher auch als Diskussionsplattform für Veränderungen und neue Marktstrategien.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärte in seiner Eröffnungsrede, die Bundesregierung plane eine "Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft", um die Wettbewerbsfähigkeit dieses "neuen, modernen" Zweiges zu stärken. Dazu passe auch die im vergangenen Jahr angeregte "Initiative Musik", die im Rahmen dieser Popkomm starten werde, sagte Neumann. Für "Nachwuchsförderung, Integration und Exportförderung" gebe der Bund zunächst eine Million Euro.