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| 17:45 Uhr

Theaternative C
Hans-Peter im Wunderland

Cottbus. „In aller Freundschaft“-Star Michael Trischan überrascht in Cottbus mit heiterem Programm. Von Ida Kretzschmar

Dieser Brenner ist doch immer für eine Überraschung gut. Pardon. Michael Trischan. Aber Krankenpfleger hat der auch gelernt wie der sympathische Arzt aus der beliebten TV-Serie „Aus aller Freundschaft“. Und das verschmitzte, ein wenig schüchterne Lächeln von Hans-Peter Brenner hat der Schauspieler auch, als er am Sonntag in der Cottbuser Theaternative C zu seinem humoristischen Vortrag ansetzt. Allerdings gar nicht schüchtern. „Ich habe dich so lieb“, kündigt er an, um später nachzuschieben: „Die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb.“

Erstmals in Cottbus hat er zu den zwei Veranstaltungen gleich mehr als 200 Menschen in die kleine Komödie gelockt, denen er ein Sammelsurium aus seinen Soloprogrammen bietet: „Heiter und so weiter“. Da geht es nicht nur um die Liebe, sondern auch um die lieben Nachbarn, um die Nase von Tante Emma und ein Leben zwischen Zahnspangenbote und Dentalbüttel. Lustige Geschichten, die das Leben schreibt, hat seine Frau Ditte, wie er der RUNDSCHAU verrät, für dieses Programm ausgegraben, zudem literarische Kostbarkeiten – nie ohne humorvollen Hintersinn. Mit Ringelnatz behauptet er „Überall ist Wunderland“, um nur wenig später eine Imperativstaffelei zu errichten. Intelligente Blödelei ist ihm ein Fest, ist zu spüren, während er sich über die fungizide Fliesenwelt in einem Spaßbad empört und über die „Hühnerbrühe“ dort; Teenie-Mädchen in einem Großbottich.

Der Schauspieler entfacht nicht nur ein wahres Wortfeuerwerk, er kostet es auch genüsslich aus, rollt unnachahmlich mit den Augen, durchlebt förmlich die aufregendsten Situationen. Mal geht es mit jüdischem Witz philosophisch zu, mal mehr oder weniger frivol, aber immer überraschend und geistreich. Er redet sich in Rage, stöhnt über Windeln, Pickel und Pubertät. Schließlich weiß er, wie schwierig da minimalinvasive Eingriffe in das junge Leben um ihn herum sind. Trischan hat selbst zwei Söhne, die allerdings mit 19 und 24 die schlimmste Phase wohl überstanden haben.

Am Ende outet sich der Schauspieler, der nicht nur wegen der alltäglichen Dreharbeiten zu „In aller Freundschaft“ seit zehn Jahren mit seiner Familie in Leipzig lebt, als gebürtiger Hesse. Aus seinem Weihnachtsprogramm „Bald schon wieder Ostern“ gibt er in schönster Mundart das Naturschauspiel zum besten, wenn ein Baum zu nadeln beginnt. Unter den Zuschauern, die begeistert Beifall spenden, ist auch Spreewaldkoch Peter Franke aus Werben. Er hat den Abend von seiner Frau zu seinem 64. Geburtstag geschenkt bekommen: „Ich bewundere sehr, was die Kleine Komödie immer wieder auf die Beine stellt“, sagt er. Franke lässt sich gern den Geist anregen, auch durch Michael Trischan. „Die Arztserie mit ihm verpassen wir keinen Dienstag“, versichert er.

Wie viele andere wollen auch Ute Schulz (47) und Veronika Hake (46) aus Cottbus noch ein Autogramm von Trischan: „Wir sehen gern ,In aller Freundschaft’. Aber auch sein Programm hier hat uns total gefallen“, sagen sie, während sie als Lagune-Saunagänger noch immer über die Hühnerbrühe lachen müssen.