Nach der Ersten Landesausstellung des Landes Brandenburg im vergangenen Jahr ist die zehnte Auflage der EE-Kunstausstellung die nächst große Ausstellung in allen Räumen des Renaissance-Schlosses mit preußisch-sächsischer Geschichte.

Die in dieser Form einmalige Ausstellung in der Region, wie zur Eröffnung einhellig betont wurde, greift Dimensionen der wechselhaften Geschichte zwischen Preußen und Sachsen auf. Sie macht Schönheiten der Landschaft sichtbar, taucht in ländliche Traditionen ein, zeigt Bruchstellen der Entwicklung und legt ,,innere Landschaften" der Menschen zwischen glücksvollen Momenten und angstvollen Zuständen bloß.

Unterschiede in Techniken, Genres und Sujets wie in Qualität der gezeigten Arbeiten sind bei der Anzahl der Künstler selbstverständlich. Malerei, Zeichnung und Grafik dominieren, dazu sind Skulpturen, Fotoarbeiten und Installationen zu sehen.

Insgesamt überzeugt das Gesamtergebnis der von Catrin Große und Paul Böckelmann kuratierten Ausstellung, die in den Räumen nach Künstlern oder thematisch geordnet ist. Dazu werden Ergebnisse eines Pleinairs von einem Dutzend Künstlern aus Elbe-Elster, Sachsen und den Partnerkreisen präsentiert, die eine Woche im Elbe-Elster- und vor allem im Schradenland reizvolle Landschaften aufgespürt haben. Gleichzeitig knüpft die Schau an die Traditionslinie der bekannten Schradenmaler Hans Nadler und Franz Schreyer an.

Hier kann nur beispielhaft auf einige Künstler und Arbeiten eingegangen werden, der Besucher wird bei der beeindruckenden Vielfalt eigene Favoriten finden. Die Werenzhainer Glaskünstlerin Angela Willeke holt diesmal mit Fotoarbeiten Elbe-Elster zwischen Braunkohle-Energieland und geschundener Landschaft ins Bewusstsein. Dabei gehören wie bei ihren Glasarbeiten Lichtmalereien und Strukturen zu ihren wichtigen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Mit Aquarell-Tuschearbeiten macht E.R.N.A. seriell Elbe-Elster ,,Flachland" bizarr sichtbar und lässt den Besucher die Reize dieser Landschaft suchen, während Paul Böckelmann farbigen Gegensatz mit Mischtechniken ,,Halbiert" und auf sichtbare und unsichtbare Grenzen verweist. Textilgestalterin Rosemarie Böhmchen überzeugt mit klar strukturierter Acrylarbeit als schwer durchdringbare Baumlandschaft, während Kurt Kornmann aus Werdohl ,,Grünland" mit seinen typischen Eisenoxyd- und Pigmentfarbarbeiten erzeugt.

In seiner Person vereint der Dresdner Maler Sebastian Glockmann preußisch-sächsische Biografie und auf seinen Öllandschaften expressionistischen Gestus mit flirrend-impressionistischer Wirkung.

Polnisch ländliche ,,Stadtlandschaften" bringt Hanna Zawadzka-Pleszynska nach Doberlug.

Zu den gelungenen Raumgestaltungen der Ausstellung gehört die Kontrastierung zwischen in klassisch schlichter Schönheit geformten Skulpturen der Crinitzer Keramikerin Christel Kiesel mit Eckardt Böttgers expressiver Großleinwand ,,Lausitzer Fragmente". Sogar ,,Schlossgeister" holt die ehemalige Werenzhainer Atelierhof-Leiterein Ursula Bierther mit im scriptualen Stil gestalteten und an Cranach orientierten Damenbildnissen in die Ausstellung.

Die 10. Elbe-Elster Kunstausstellung ist im Schloss Doberlug bis zum 13. September zu sehen. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.