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| 17:48 Uhr

"Ich schicke den Menschen mit jedem meiner Lieder einen Brief"

Herman van Veen singt am 10. März in der Stadthalle Cottbus.
Herman van Veen singt am 10. März in der Stadthalle Cottbus. FOTO: Agentur
Cottbus. "Fallen oder Springen", das sage und schreibe 179. Album von Herman van Veen ist soeben in Deutschland erschienen. Er geht damit auf Tour, die ihn am 10. März nach Cottbus führt. Peter Blochwitz

Herman van Veen, der selbst ernannte "Holländische Clown mit der Glatze" ist seit mehr als vier Jahrzehnten im Geschäft, hat weit über Hundert Alben aufgenommen und dabei niemals auch nur einen Augenblick daran gedacht, sich von seinem künstlerischen Anspruch zu verabschieden und modischen Trends unterzuordnen. Der heute 70-Jährige hat sich in seiner Arbeit durchgehend und rigoros menschlichen Kardinal-Tugenden wie Warmherzigkeit, Toleranz, Respekt oder einfach nur emotionaler Liebe ohne Wenn und Aber verschrieben.

Auf seinem aktuellen Album "Fallen oder Springen", das soeben in Deutschland erschienen ist, frönt er diesen Leitfäden seiner ureigenen Philosophie einmal mehr intensiv.

Wenngleich das mittlerweile 179. (!) Album des Ausnahmekünstlers aus Utrecht, ist es für Herman van Veen ein immens wichtiges, da es eine Art kreativen Neuanfang signalisiert. "Kersvers” nennt sich die holländische Schwester der Produktion, die in Hermans Heimat bereits im vergangenen Herbst erschienen ist. Die niederländische Presse hat das Werk mit Begeisterung aufgenommen: "Phänomenale Texte”, attestiert das renommierte Internetportal "McSharq”. "Eines der relevantesten Popalben des Jahres”, konstatiert das "NRC Handelsblad” nüchtern. In dem Titelsong "Fallen oder Springen" singt van Veen: "Das Bett/wird ein Zimmer/ein Haus/das Haus wird/eine Straße/eine Stadt/wird ein Land/eine Welt."

Auf die Frage nach der Intention hinter seiner Musik sagte Herman van Veen vor Kurzem in einem Interview: "Ich schicke den Menschen mit jedem meiner Lieder einen Brief - was der Empfänger damit anfängt, darauf habe ich keinerlei Einfluss. Ich erwarte auch keine Antwort, so eine Herangehensweise wäre absolut vermessen. Trotzdem hoffe ich, ein wenig Licht in die mancherorts dunklen Zimmer des Daseins zu bringen. Zum Beispiel sehe ich eine große Chance in der wirtschaftlichen Krise, in der wir uns derzeit befinden: Die Krise existiert, damit wir über unsere Existenz prinzipiell nachdenken, um das Negative aus unserem Denken zu verbannen und die Gesellschaft ins Positive zu verändern. Das ist natürlich die Perspektive des naiven Clowns. Doch ich bin mir sicher, so eine naive Perspektive tut uns allen richtig gut.”

Am 26. Februar startet Hermann van Veen in Aachen seine Tournee durch Deutschland und Österreich und gastiert am 10. März in der Stadthalle Cottbus (Ticket-Telefon 0355/754 20).