Wir haben auch extra eine Antibiotika-Kommission gegründet. Sie übernimmt nach den Maßgaben der neuen Hygieneverordnung des Landes Brandenburg weitere Aufgaben, um Keime, die nicht oder nicht mehr auf ein Antibiotikum anschlagen, aufzuspüren und eine bessere Antibiotikabehandlung zu veranlassen", erklärt Werner Kärgel.

Seit me hreren Jahren werden im Klinikum mit den beiden Standorten in Senftenberg und Lauchhammer Hygienefachkräfte ausgebildet. Zwei Hygienefachkräfte hat das Krankenhaus bereits. Eine Hygienefachkraft befindet sich in Ausbildung, die zweite wird im Jahr 2014 ihre Ausbildung beginnen.

Damit sei der Bedarf an hauptamtlichen Pflegekräften im Klinikum Niederlausitz dann gut abgedeckt. Zudem haben neun Ärzte den Grundkurs in der Hygiene absolviert. "Insgesamt arbeiten auf unseren Stationen 42 im Grundkurs ausgebildete Schwestern, welche für die Hygiene verantwortlich sind", sagt Werner Kärgel.

Werden dem Klinikum nach Abstrichen vom mikrobiologischen Institut Problemkeime zugesandt, starten die Hygienefachkräfte mit den Stationen die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Maßnahmen.

Anschließend werden die Erreger dem Gesundheitsamt des Oberspreewald-Lausitz-Kreises gemeldet. Problemkeime sind nach dem Infektionsschutzgesetz Keime, die Infektionen im Krankenhaus auslösen, sowie alle Keime mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen . Aber nicht jeder Patient muss sich im Klinikum Niederlausitz deshalb einem Keimtest unterziehen.

"Bei uns werden Patienten aus Pflegeheimen mit Dauerkathetern und Patienten über dem 60. Lebensjahr, wo die Wahrscheinlichkeit von Methicillin-resistenten Keimen Staphylococcus aureus (MRSA) häufig vorliegt, getestet", erklärt Werner Kärgel. "Liegt ein Verdacht vor, reagieren unsere Stationen so, dass die betroffenen Patienten isoliert und vornehmlich nicht in größeren Zimmern untergebracht werden."

Auch die Hygiene-Fachkräfte des Klinikums Dahme-Spreewald in Lübben führen regelmäßig Schulungen und Fortbildungen für Beschäftigte durch. "Seit 2012 bilden wir Hygiene-Beauftragte in der Pflege aus. Die Fortbildung steht seit diesem Jahr auch externen Teilnehmern offen", sagt Dr. Rüdiger Haubold, verantwortlich fürs Qualitätsmanagement im Klinikum. Die Beteiligung am "Tag der Händehygiene/Aktion Saubere Hände" ist Tradition. Sie schärfe einfach das Bewusstsein für die Bedeutung der Hygiene. Auch Fördermittel hat das Klinikum Dahme-Spreewald beantragt. Die Entscheidung, ob der Antrag bewilligt wurde, stehe aber noch aus, sagt Rüdiger Haubold.

An beiden Standorten - in der Spreewaldklinik Lübben und im Achenbach-Krankenhaus Königs Wusterhausen - sind drei hauptamtliche Hygienefachkräfte im Einsatz und erfüllen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt vollständig die Vorgaben des Gesetzgebers.

Hygienebeauftragte Ärzte und Hygienebeauftragte in der Pflege sowie zwei externe Krankenhaushygieniker gehören ebenfalls zum Team.