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Hoyerswerda fabuliert in Farbe

Hoyerswerda. Heute um 17 Uhr wird in der Galerie des Lausitzer Seenland Klinikums Hoyerswerda – Tagesklinik für Geriatrie – die Ausstellung von Lothar Sell "Fabulieren in Farbe" eröffnet. Der 1939 in Treuenbrietzen geborene Grafiker, Illustrator und Keramiker Lothar Sell wohnte und arbeitete seit seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden in Meißen. Martin Schmidt

Sein Lehrer Professor Hans Theo Richter, dessen Meisterschüler er später auch an der Akademie der Künste Berlin war, vermittelte ihm die Akribie künstlerischen Gestaltens und akzeptierte die lebensfrohe, gestaltungsreiche Fantasie. Von 1974 bis 1990 arbeitete Lothar Sell als Lehrbeauftragter für Keramik und figürliches Gestalten an der Hochschule für indus trielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein. Davon zeugen seine Werke bildender Kunst am Bau und im öffentlichen Raum in vielen Städten Deutschlands. Zwei längere Studienreisen in die Sowjetunion regten ihn zu ideenreich farbig gestalteten Schnitzarbeiten aus Holz und zu keramischem Schaffen an. Seine Motive wählte er immer wieder aus dem ländlichen Sujet, in dem er aufgewachsen war. Darin war er mit Erwin Strittmatter einig, dessen Bücher er illustrierte, wie die Ausstellung beweist. Ob als Malerei, Zeichnung, aus Holz oder Keramik - alle Arbeiten Lothar Sells sind höchst sensibel, verleiten zum Träumen, zum Geschichtenerzählen oder zum Erinnern an eigene Erlebnisse. Seine Illustrationen eröffnen neue Einblicke in Büchern, ob von Erwin Strittmatter, Maxim Gorki, Johannes Bobrowski oder anderen Schriftstellern.