Denn der Regisseur muss nochmal ran: Da sein Action-Thriller beim Testpublikum komplett durchgefallen ist, soll dieses künstlerisch ambitionierte Machwerk nun ein anderes Ende erhalten. In seiner messerscharf pointierten Filmfarce "Inside Hollywood" präsentiert der amerikanische Regisseur Barry Levinson ("Rain Man") die schillernde Glamourwelt in Hollywood als ein tobendes Tollhaus. Hier besteht die hohe Kunst des Produzenten darin, all die kleinen Konflikte, Krisen und Katastrophen der tyrannischen Studiobosse, drogenabhängigen Filmemacher, egozentrischen Schauspieler und neurotischen Agenten zu bereinigen. Bei den 61. Internationalen Filmfestspielen in Cannes wurde diese köstliche Hollywood-Persiflage mit vielen Stars als offizieller Abschlussfilm serviert: bissig, boshaft, brillant. Die Vorlage zu dieser frappierend ehrlichen Komödie lieferte der Hollywoodproduzent Art Linson ("The Untouchables", "Fight Club") mit seiner Autobiographie "What Just Happened: Bitter Hollywood Tales From the Front Line", in der er die komischsten und qualvollsten Ereignisse schildert, die er im Laufe seiner Karriere erlebt hat. Diese Memoiren verarbeitete Linson zu einem fiktiven Drehbuch, das mit seinem ironischen Tonfall sowohl den Oscar-Preisträger De Niro als auch Levinson auf Anhieb begeisterte. Verzweifelt versucht De Niro als erfolgreicher Hollywoodproduzent seine Ehefrau (Robin Wright Penn) zu überzeugen, ihm noch eine Chance zu geben, nachdem er bereits aus ihrer gemeinsamen Luxusvilla ausziehen musste. Ausgerechnet in diesem heiklen Moment funkt ihm ein panischer Agent (John Turturro) mit einem Anruf dazwischen. Denn der Filmstar Bruce Willis (Bruce Willis) wirft vor Wut mit Einrichtungsgegenständen in seiner Garderobe um sich, weil er sich für seine neue Rolle nicht den Bart abrasieren will. Derweil verweigert der exzentrische Regisseur des Action-Thrillers beharrlich jede Änderung im Schneideraum. Für diesen rasanten, irrwitzigen Höllentrip durch Hollywood konnte Levinson ein hochkarätiges Star-Ensemble gewinnen. Neben De Niro, Willis, Catherine Keener und Turturro wirken in dieser Independent-Produktion Stanley Tucci, Kristen Stewart und Sean Penn in einer Gastrolle als selbstgefälliger Star mit. Gedreht wurde "Inside Hollywood" an nur 33 Tagen in Los Angeles sowie an einigen Originalschauplätzen in Cannes. Nachdem sich Levinson in seiner schonungslosen Politparabel "Wag The Dog" schon mit der Manipulierbarkeit der Fernseh- und Medienwelt auseinandergesetzt hat, nimmt er jetzt die Filmbranche kräftig auf die Schippe. In seinem Film katapultiert er seinen Protagonisten auf eine turbulente Tour de Force durch die Traumfabrik, in der tobende Egos und rücksichtslose Erniedrigungen zum Tagesgeschäft gehören. In seiner subtilen Satire schlägt Levinson auf unterhaltsame Art und Weise zurück und zeigt, wie subversive Kräfte dieses System unterlaufen.(USA 2008, FSK ab 12, von Barry Levinson, mit Robert De Niro, Sean Penn, Bruce Willis)