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| 11:33 Uhr

Im Alter von 82 Jahren
"Heidi"-Zeichner Isao Takahata gestorben

Isao Takahata. (Aufbahme aus dem Jahr 2015)
Isao Takahata. (Aufbahme aus dem Jahr 2015)
Tokio . Er brachte die japanischen Comics in die Filmwelt, verbreitete einen ganz anderen Stil als den der Hollywood-Zeichentricks. Jetzt ist der Anime-Regisseur Takahata gestorben. Er war unter anderem Schöpfer der "Heidi"-Zeichentrickserie aus den 1970er Jahren.

Takahata sei am Donnerstag in einem Krankenhaus in Tokio an Lungenkrebs gestorben, teilte das Animationsstudio Ghibli mit, das er einst mitgegründet hatte. Er wurde 82 Jahre alt.

Mit dem Wunsch, ein japanisches Disney zu schaffen, hatte Takahata das Studio Ghibli 1985 gemeinsam mit dem japanischen Zeichentrickregisseur Hayao Miyazaki ins Leben gerufen.

Takahata führte in dem Film "Die letzten Glühwürmchen" Regie, einem tragischen Werk über das Schicksal von zwei Kindern zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Japan. Für das Studio Ghibli produzierte er einige der wichtigsten Streifen, darunter Miyazakis "Nausicaä aus dem Tal der Winde" von 1984, bei dem es um die schrecklichen Folgen einer Umweltkatastrophe geht.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte Takahata vor drei Jahren, im Herzen der japanischen Comics - der Manga - stehe das, was hinter den Zeichnungen sei. "Wir wollen Realität ausdrücken, ohne sie übermäßig realistisch darzustellen", sagte er und erklärte damit etwa die stilistische Abgrenzung zu Zeichentrickwerken aus Hollywood. Das spreche die Fantasie des Menschen an.

Starke weibliche Charaktere gehörten zu Takahatas Markenzeichen. Zuletzt wollte er einen Film über Mädchen machen, die als Babysitterinnen ausgebeutet werden. Die meisten Schlaflieder seien nicht für Eltern gemacht, die ihre Kinder in den Schlaf singen, sondern für junge Frauen, die angesichts ihrer Ausbeutung weinten, sagte Takahata. Nach eigenen Angaben ging es in seinen Geschichten stets darum, Menschen zum vollen Ausschöpfen ihres Lebens zu ermutigen und sich nicht um Geld oder Prestige zu sorgen.

Takahatas letzter Film, "Die Legende der Prinzessin Kaguya", war 2015 als bester Animationsfilm für einen Oscar nominiert worden. Während seiner Karriere gewann er unter anderem Auszeichnungen der Film Critics Association in Los Angeles und des internationalen Filmfestivals Locarno. Takahata soll am 15. Mai beigesetzt werden.

(csr)