ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:27 Uhr

Harte Western, starke Charaktere

Richard Widmark 1963 in „Das war der Wilde Westen“ .
Richard Widmark 1963 in „Das war der Wilde Westen“ . FOTO: dpa
Los Angeles.. Er spielte den harten Kerl in klassischen Western und starke Charaktere in vielen großen Geschichten: Der amerikanische Schauspieler Richard Widmark ist tot. dpa

Nach Angaben seiner Familie starb Widmark bereits am Montag 93-jährig in seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut, wo er seit Jahren zurückgezogen lebte, berichtete die Zeitschrift „Hollywood Reporter“ gestern. Richard spielte unter anderem in Filmen berühmter Regisseure wie Elia Kazan, John Ford, Stanley Kramer und Sidney Lumet.
Als sadistischer Mörder hatte er 1947 in dem Thriller „Der Todeskuss“ sein Leinwanddebüt gegeben und sich über Nacht zu Hollywoods Star-Bösewicht hochgespielt. Der Ruhm legte ihn erst auf Fieslingsrollen fest, doch mit Kazans Thriller „Unter Geheimbefehl“ (1950) konnte Widmark als Polizeiarzt seine Wandlungsfähigkeit beweisen.
Weitere Paraderollen hatte Widmark in dem Western „Der Garten des Bösen“ (1954), „Das Urteil von Nürnberg“ (1961), „Mord im Orient-Express“ (1974) und 1987 in Volker Schlöndorffs Gesellschaftsdrama „Ein Aufstand alter Männer“. 1991 stand der Held unzähliger Western und Kriegsfilme zum letzten Mal vor der Filmkamera – in dem Politthriller „Der Preis der Macht“.
Der Nachfahre schwedischer Bauern und Sohn eines kleinen Händlers aus dem US-Staat Minnesota war neben einem Sprach- und Politikstudium zunächst als Hobby-Schauspieler auf kleinen Bühnen aufgetreten. Vom Party-Leben in Hollywood hielt sich Widmark gewöhnlich fern. In den 60er-Jahren fiel der erbitterte Vietnamkriegs-Gegner durch politisches Engagement auf. Der Pferdenarr lebte mit seiner Familie auf Ländereien in Kalifornien und an der Ostküste.
Widmarks erste Ehe mit der Drehbuchautorin Jean Hazlewood endete erst nach 55 Jahren mit dem Tod der Gattin. 84-Jährig heiratete er 1999 die Schauspielerin Susan Blanchard, die Ex-Frau der verstorbenen Hollywood-Legende Henry Fonda. (dpa/pb)