Der Jugendliche wird von dem 18-jährigen, deutschen Schauspieler David Kross gespielt, der bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Berlin (bis 15. Februar) als „Shooting Star“ ausgezeichnet wird. Kross verkörpert den „Vorleser“, der seiner wesentlich älteren Freundin im Bett aus Comics ebenso vorliest wie aus Werken der Weltliteratur. Eines Tages verschwindet Hanna. Erst Jahre später sieht Michael sie wieder. Als Jurastudent verfolgt er einen Prozess, in dem sich fünf frühere Wärterinnen des Konzentrationslagers Auschwitz wegen 300-fachen Mordes verantworten müssen. Auf der Anklagebank sitzt auch Hanna. Winslet ist für ihre Darstellung für einen Oscar als beste Schauspielerin nominiert. Die Rolle der Hanna sollte ursprünglich Nicole Kidman spielen, die dann aber wegen ihrer Schwangerschaft absagte. Daldry zeigte sich fasziniert von der deutschen Nachkriegszeit. „Ich liebe die Komplikationen und die Widersprüche.“ Deswegen habe er es als eine gute Möglichkeit empfunden, dieses komplizierte Thema durch die Arbeit an „Der Vorleser“ für ein paar Jahre genauer zu erkunden – „also, mich darin festzubeißen“, wie er sagte. Es sei ihm auch nicht schwer gefallen, als Brite die deutsche Schuldfrage zu verstehen. „Ich habe schon als Schuljunge viel Zeit in Deutschland verbracht“, sagte Daldry. „Der Vorleser“ läuft in Berlin außer Konkurrenz und hat keine Chancen auf einen Goldenen Bären. Am 26. Februar startet der Film in den Kinos. Ins Rennen um die Berlinale-Trophäe ging am Freitag als erster Film der dänische Wettbewerbsbeitrag „Little Soldier“. Regisseurin Annette K. Olesen („In Deinen Händen“) erzählt darin von der vorsichtigen Freundschaft zwischen einer traumatisierten Soldatin und einer Prostituierten. Das Drama mit einem überraschenden Ende kam beim Festivalpublikum gut an. dpa/pb