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| 02:41 Uhr

Großes Lob für Freiheitsoper

Die Aufführungen von "Fidelio" lockten 8000 Besucher an.
Die Aufführungen von "Fidelio" lockten 8000 Besucher an. FOTO: mih1
Cottbus. Die Aufführungen von Ludwig van Beethovens Freiheitsoper "Fidelio" in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus waren so gut wie ausgebucht. dpa/hil

Das teilten das Menschenrechtszentrum und das Staatstheater Cottbus am Samstag mit. Die Veranstalter gehen insgesamt von rund 8000 Besuchern aus. Am Samstagabend hatte sich der Vorhang letztmalig für die Inszenierung von Regisseur Martin Schüler gehoben.

Das größte politische Gefängnis der DDR diente als Theaterkulisse. An sieben Abenden standen rund 300 Mitwirkende auf der Bühne, darunter ehemalige Gefangene. Früher durften sie in dem Gefängnis nicht singen. Zur Premiere am 28. Juni waren Besucher aus ganz Deutschland sowie aus Griechenland, Norwegen, Dänemark, Kuba und Australien angereist.

"Hunderte von Häftlingen kamen eigens für Fidelio zurück nach Cottbus und ihre Reaktionen auf die Inszenierung waren sehr bewegend", sagte die Leiterin der Gedenkstätte, Sylvia Wähling. "Für alle war es eine wahre innere Befreiung und ein hochemotionaler sowie würdiger Abschluss ihrer Haftzeit."

Der Regisseur, zugleich Intendant des Staatstheaters, sieht seine Erwartungen erfüllt. "Kunst sollte auf Wirklichkeit treffen und nun hören wir von unseren Besuchern, dass uns dies gelungen ist." Der Ort habe der Inszenierung bestürzende Aktualität und historische Genauigkeit verliehen.

Das MRZ hat das ehemalige Gefängnis 2011 in eine Gedenkstätte umgewandelt. Zwischen 1945 und 1989 gab es dem Verein zufolge dort rund 20 000 Häftlinge. Neben Bautzen zählte es zu den größten DDR-Gefängnissen für politische Gefangene.