" Doch am Mittwochabend, als er in Köln vor der versammelten Presse sein neues Album "12" vorstellt, macht ihm das Frage-und-Antwort-Spiel so viel Spaß, dass er mehrmals bittet: "Ach nee, komm, noch nicht aufhören. Ist doch grad so schön - noch 'ne Frage!"
Herbert der Trauernde, der von Schicksalsschlägen Gebeutelte, gehört definitiv der Vergangenheit an. Er ist, wie er selbst sagt, "irritierend gut gelaunt". Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass er zurzeit so zufrieden mit seinen Landsleuten ist: "Das Volk ist extrem gut drauf. Die Regierung hat einige Probleme, sich dem anzuschließen." In einem seiner Lieder singt er gar: "Du küsst so wunderbar deutsch."
Die Fans wissen natürlich schon lange, dass Herbert immer zuerst die Musik schreibt und sich dann unter Zuhilfenahme größerer Rotweinkontingente mit den Texten abmüht. Im Kölner Rheinforum sind die Ergebnisse dieser Arbeit nun fast schon in Stein gemeißelt: Mit großem Aufwand hat der Musikkonzern EMI jedem der zwölf neuen Lieder ein eigenes Zimmer gewidmet und die Texte dort an die Wand geschrieben oder auch auf die Decke projiziert. Jeder Raum ist anders eingerichtet - je nach dem Charakter des Liedes als herbstliche Allee, afrikanische Wüste oder politischer Versammlungsraum.
In diesem Ambiente sieht auch Herbert seine Texte mit anderen Augen: "Gar nicht so schlecht." Stolz ist er zum Beispiel auf seine Wortschöpfung "Tiefschneekamerad" für einen freundlichen Helfer in der Not: "Unglaublich lyrisch." Die Große Koalition findet vor ihm so wenig Gnade wie zuvor schon Kohl und Rot-Grün: "Ihr steht zu weit vom Mann entfernt, wo habt ihr kämpfen gelernt?" Zur religionskritischen Single "Stück vom Himmel" erläutert er: "Es geht in diesem Lied nicht um eine Abkehr von Religion. Aber Religion ist was Intimes, Privates. Die Welt retten wir nur gemeinsam."
Das Album "12" erscheint heute, ab Mai folgt die Deutschlandtour, es sind schon 800 000 Karten verkauft.