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| 18:32 Uhr

Vom 2. bis 4. November in Bad Liebenwerda
Graun – das ist nichts zum Fürchten!

Das ist ein Foto der Preisträger des 2. Graun-Wettbewerbes im Jahr 2005. Für dieses Jahr liegen 63 Bewerbungen aus 22 Ländern vor.
Das ist ein Foto der Preisträger des 2. Graun-Wettbewerbes im Jahr 2005. Für dieses Jahr liegen 63 Bewerbungen aus 22 Ländern vor. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Bewerberrekord beim 8. Internationalen Graun-Wettbewerb Alte Musik in Bad Liebenwerda. Von Frank Claus

Graun? Was klingt, als müsse man sich fürchten, ist längst eine Erfolgsgeschichte geworden. Als um 2000 die Saat ausgelegt war für einen Contest in der Sparte Alte Musik hofften die Organisatoren noch, dass wenigstens ein paar Bewerbungen für den ersten Internationalen Wettbewerb im Jahr 2003 einflattern würden. Denn Musik der Gebrüder Graun galt im Wesentlichen als begraben, verschollen. Kaum Notenmaterial und wenn, dann schwer zu spielen und zu singen! Keine Chance gegen Mozart, Beethoven und Co.

Mareike Greb führt in den klassischen Tanzabend ein.
Mareike Greb führt in den klassischen Tanzabend ein. FOTO: LR / Ondrej Chucky Najman

Zu Unrecht, wie Kenner Alter Musik sagen. In seiner Zeit war Carl Heinrich Graun ein Popstar, haben die Klassikfreunde in Bad Liebenwerda immer wieder von namhaften Juroren gehört.

Da war es an der Zeit, die Musiker, die im kleinen Städtchen Wahrenbrück im Elbe-Elster-Land geboren wurden, endlich wieder aus der Versenkung zu holen. Mit Erfolg.

Schon der erste Wettbewerb setzte Akzente. Doch der diesjährige Internationale Wettbewerb um den Gebrüder-Graun-Preis, der vom 2. bis 4. November 2018 im Bürgerhaus in Bad Liebenwerda stattfinden wird, sprengt alle Erwartungen. 63 Sänger und Instrumentalisten, darunter 21 Solisten und zehn Ensembles, haben sich für den vom Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster, der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“, der Stadt Bad Liebenwerda und der Stadt Uebigau-Wahrenbrück initiierten Wettbewerb beworben.

Die Bewerber kommen aus 22 Herkunftsländern, u. a. aus Israel, Kanada, Korea, Japan, China und Russland. Sie studieren an renommierten Hochschulen, u.a. dem Conservatorium van Amsterdam (Niederlande), dem Royal College of Music in London (Großbritannien), der Schola Cantorum Basiliensis (Schweiz), Akademia Muzyczna w Krakowie (Polen), der University of Arts Helsinki (Finnland), der Academie Supérieur de Musique de Strasbourg (Frankreich) und den deutschen Musikhochschulen in Berlin, Hamburg, Mainz, Hannover, Karlsruhe, Weimar, Wiesbaden, Bremen, Trossingen und Frankfurt am Main.

Die Veranstalter hatten keine andere Wahl. Sie mussten eine Vorauswahl treffen.

20 Teilnehmer dürfen antreten und um das Preisgeld in Höhe von insgesamt 14 000 Euro ringen. Das Ticket erhielten acht Instrumental-Solisten, sechs Gesangssolisten und sechs Ensembles. Dieser klangvolle Mix ist am 2. November ab 10 Uhr im Bürgerhaus zu hören. Der Eintritt ist frei.

Doch was zieht die Musiker nach Bad Liebenwerda?

Natürlich ist da zuerst die Liebe zur klassischen Musik des 18. Jahrhunderts. Elbe-Elsters Kulturamtsleiter Andreas Pöschl ist sich aber ganz sicher: Die Musiker nehmen die teils langen Anreisewege vor allem deshalb in Kauf, weil sie von einer Jury gehört werden, deren Bewertung national und international „was zählt“. Pöschl: „Es ist die Creme von Experten dieser Musik, die wir erneut gewinnen konnten, die die Musiker anzieht.“

Gleich eine ganze Reihe Neuerungen gibt es in diesem Jahr. Der Gesang tritt stärker in den Fokus. Erstmals wird der Titel „Hofkapelle Elbe-Elster“ für das Jahr 2019 vergeben.

Der Preis beinhaltet drei Auftritte im Landkreis Elbe-Elster mit einer fünftägigen vorangestellten Probenphase. Die Kosten für die Übernachtungen während der Probenphase werden vom Landkreis getragen.

Weiterhin erhält das Ensemble eine Gage für jeden der drei Auftritte. Andreas Pöschl weiß: „Das reizt die Musiker, die sonst nur selten zusammenkommen, unheimlich.“

Öffentlichkeitswirksamer will der Internationale Gebrüder-Graun-Wettbewerb werden. Deshalb wird am 3. November ab 14 Uhr eine Auswahl der 20 besten Bewerber im Zentrum der Stadt Bad Liebenwerda musizieren.

Und wer an Klassik denkt, denkt auch an die höfischen Tänze. Am 3. November heißt es im Bürgerhaus Bad Liebenwerda „Schreiten wie zu Friedrichs Zeiten“. Mit Live-Musik des Leipziger Ensembles Les Matelots werden Kontratänze/Contredanses/ Country Dances in fröhlicher Gesellschaft getanzt. Die Tänze werden am Abend erklärt und gemeinsam erarbeitet. Paare und Formationen können sich anmelden!

Informationen zu allen Facetten des Wettbewerbs gibt es unter Telefon: 03535 465104 oder per E-Mail: kulturamt@lkee.de